Frauen, die eine Spirale zur Empfängnisverhütung benutzen, haben ein erhöhtes Risiko, unfruchtbar zu werden, wie zwei amerikanische Studien nun belegen. Das Risiko ist wesentlich höher bei Plastik- als bei Kupferspiralen. Zudem sind kinderlose Frauen mehr gefährdet als Mütter. Die Studien, kürzlich im New England Journal of Mediane veröffentlicht, zeigen eindeutig, was etliche Ärzte und viele Frauen lange vermuteten: Spiralen begünstigen Infektionen der Beckenregion und der Eileiter, oft mit bleibender Unfruchtbarkeit. Nach Schätzungen der Mediziner dürften etwa 88 000 oder 16 Prozent der unfruchtbaren amerikanischen Frauen ihre Sterilität der Spirale verdanken. Die in die Gebärmutter eingesetzte Spirale verhindert, daß sich dort ein befruchtetes Ei einnistet. Da die Spirale zwecks Entfernung durch einen Faden mit der Außenwelt in Verbindung steht, können krankheitserregende Bakterien leicht eindringen. Leitende Ärzte der Studien betonen allerdings, daß sie die Spirale nicht generell verurteilen. Für Mütter besteht demnach kaum ein Risiko, steril zu werden. Dagegen sollen kinderlosen Frauen, die noch gebären wollen, eine andere Form von Empfängnisverhütung benutzen.

In den, letzten Jahren ist der Gebrauch von Spiralen drastisch zurückgegangen; sie stehen in den Vereinigten Staaten an vierter Stelle der Verhütungsmittel – nach Sterilisation, Pille und Kondom. In Amerika war die Spirale besonders durch die verheerende Wirkung des "Dalkon Shield", einer Plastik-Spirale, in Verruf geraten. Etwa 12 000 Frauen haben die Firma A. H. Robins wegen erlittener Infektionen, Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit verklagt. Robins hat inzwischen für 8300 Klagen Entschädigungen gezahlt. Dennoch erklärte die Firma weiterhin, daß ihr von 1971 bis 1974 verkauftes "Dalkon Shield" nicht gefährlicher gewesen sei als andere Spiralen. Die neuen Studien fanden allerdings ein drei- bis elffach höheres Unfruchtbarkeitsrisiko für Frauen, die sich das Robins-Produkt hatten einsetzen lassen. Kol