Jeder 33. berufstätige Deutsche arbeitet inzwischen in einem Krankenhaus; rund 780 000 Bürger leben von der Krankheit ihrer Mitbürger, behauptet der Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Deutsches Krankenhaus“. Wie gesund müssen wir sein, wenn sich so viele Fachleute um uns kümmern – oder doch eher: wie krank, daß so viele Betten und Betreuer nötig sind?

Das Geschäft mit der Krankheit floriert. Allein die Kliniken haben einen Jahresumsatz von 45 Milliarden Mark. Die Bundesbürger lassen es. sich etwas kosten, krank zu sein und gesund zu werden; die Pharma-Industrie weiß davon ein freudig Lied zu singen. Und die Ausgaben klettern unaufhörlich, alle Maßnahmen zur Kostendämpfung scheinen nicht zu greifen: Da klingt das Argument, die Krankenhäuser beschäftigen doch fast 780 000 Menschen und bildeten 70 000 junge Leute aus, nicht nur krampfig, sondern ungewollt zynisch.

Vielleicht war es ja nicht so gemeint, sondern nur verräterisch – wie das Wort Umsatz. Unternehmen zielen in der Regel auf Umsatzsteigerung: Soll die das Ziel der Kliniken sein – mehr „Umsatz“ durch höheren „Ausstoß“, der Arbeitsplätze sichert? -bi