In der Schweiz ist ein neuer Übersetzerpreis gestiftet worden, der Prix lémanique de traduction. Er soll den Kulturaustausch über die französisch-deutsche Sprachgrenze fördern, innerhalb der Schweiz ebenso wie innerhalb Europas. Der Preis ist mit 12 000 Schweizer Franken dotiert, die von den Firmen Migros und Nestle sowie von der Bundesrepublik Deutschland aufgebracht worden sind. Alle drei Jahre wird er zur Hälfte einem französischen Übersetzer, der aus dem Deutschen, und einem deutschen Übersetzer, der aus dem Französischen übersetzt, verliehen.

Die Jury (François Bondy, Etienne Barilier, Doris Jakubec, Georges-Arthur Goldschmidt, Hanns Grössel, Walter Lenschen, Marcel Schwander) hat als die ersten beiden Preisträger Walter Weideli (Genf) und Eugen Helmlé (Neuweiler) gewählt. Eugen Heimlé hat sich unter anderem mit der Übersetzung Raymond Queneaus einen Namen gemacht; er hat den früh verstorbenen Georges Perec übersetzt (zuletzt, 1982, „Das Leben Gebrauchsanweisung“) und Texte des Surrealismus und des Präsurrealismus eingedeutscht: so „Die magnetischen Felder“ von André Breton und Philippe Soupault, Philippe Soupaults „Frühe Gedichte 1917-1930“ und Gedichte und Prosa („Grabinoulor“) von Pierre Albert-Birot.

Der Preis wird am 31. Mai übergeben bei einem Colloquium über die literarische Übersetzung, das am 31. Mai und am 1. Juni 1985 in Lausanne-Dorigny stattfindet und, wie die Preis-Stiftung, auf eine Initiative der Section d’allemand der Faculte de lettres an der Universität Lausanne zurückgeht. Aus der Bundesrepublik nehmen teil: Friedhelm Kemp, Traugott König und Harald Weinrich; Wolfgang Hildesheimer wird über seine Erfahrungen als übersetzender und übersetzter Autor sprechen. H. G.