Vorstand und Betriebsrat der Audi AG in Ingolstadt betätigen sich dieses Jahr als Brückenbauer, um den Mitarbeitern mehr zusammenhängende Freizeit zu verschaffen.

Wie eh und je wird am Freitag nach Himmelfahrt, einem sogenannten „Brückentag“, nicht gearbeitet. Zusätzlich wird die Produktion aber auch von Montag bis Mittwoch nächster Woche eingestellt, so daß die Belegschaft mit vier Urlaubstagen eine volle Urlaubswoche erhält – „in einer attraktiven Jahreszeit“, wie Arbeitsdirektor Andreas Schleef meint.

Den Verdacht, daß es sich hierbei um „verkappte Kurzarbeit“ handelt, weist er jedoch zurück. In den Werken Heilbronn und Ingolstadt sollen vielmehr notwendige Umstellungsarbeiten für die Produktion ausgeführt werden.

Dies ist notwendig, weil Audi in diesem Jahr erstmals von dem starren Werksurlaub in den Sommerferien abweicht. Während der sonst üblichen Werksferien läuft die Produktion zu fünfzig Prozent weiter, damit bei den Kunden keine Wartezeiten entstehen und das Unternehmen sich flexibler dem Markt anpassen kann.

Schleef: „Drei Wochen Werksferien sind doch sehr kundenunfreundlich.“

Mit der Neuregelung möchte der Arbeitsdirektor allerdings auch erreichen, daß das Unternehmen das gesamte Freizeitvolumen der Beschäftigten – 30 Tage Urlaub plus sechs Freischichten aus der Arbeitszeitverkürzung – besser bewältigen kann.

Durch einen zweiten „Brückentag“, den Freitag nach Fronleichnam, werden die Audi-Werker übrigens auch im Juni zu einem langen Wochenende kommen.