Wir kennen das Lied bis zum Überdruß: „Die Tiroler sind lustig, die Tiroler sind froh.“ Neuerdings freilich warten die munteren Älpler mit einer bisher unbekannten Song-Variante auf. Zwar verkaufen sie wie bisher ihre Betten, aber sie beglücken ihre Gäste außerdem mit einer kostenlosen Unfallversicherung für die Dauer des gesamten Urlaubs.

Die Offerte ist verlockend, selbst für jene Mehrheit, die ohnehin versichert ist. Denn die Tiroler vergüten vor allem Bergunfallspesen, einen Posten, den frohgemute Gipfelstürmer und Wandersleut’ in der Regel nicht ins Kalkül ziehen. Bergungs- und Suchkosten, Notarzt-Hubschrauber und Ambulanzflüge übernimmt das Bundesland bis zu einer Höhe von 2870 Mark, Heimflugspesen bis zu 8610 Mark.

Sakrisch edel, dieser Großmut. Aber da wäre noch eine winzige Klausel zu beachten: „Der Versicherungsschutz beginnt mit dem Tag der Ankunft und der Eintragung ins Gästebuch bzw. Abgabe des ausgefüllten Meldezettels.“

Daher also weht der Gipfelwind. Keiner soll fortan mehr unregistriert durch die Berge streifen, das wäre ein Jammer für die Nächtigungsbilanz. Beträchtliches entgeht wohl auch der Steuerkasse. Clevere Burschen, die Tiroler. Wer will es ihnen auch verargen, wenn sie ein Lied Lügen strafen? Schlafen auf Stroh ist in der Tat unzumutbar. iso