Die Daimler-Benz AG und Claudius Dornier haben sich am Mittwoch vergangener Woche über die Übernahme der Mehrheit des Luft- und Raumfahrtkonzerns Dornier GmbH durch den Stuttgarter Automobilbau-Konzern geeinigt. Die übrigen Mitglieder der Dornier-Familie hatten der Übernahme bereits am 23. April zugestimmt.

Die Vereinbarung sieht vor, Claudius Dornier, der älteste Sohn des Firmengründers Claude Dornier, bleibt mit zwanzig Prozent an der Dornier GmbH beteiligt; sein Halbbruder Silvius behält zehn Prozent. Die Daimler-Benz AG übernimmt 66 Prozent der Anteile, das Land Baden-Württemberg vier Prozent.

Claudius Dornier hatte der in seiner Abwesenheit am 23. April in Stuttgart getroffenen Vereinbarung widersprochen und forderte ein Mitspracherecht im Unternehmen mit einer Sperrminorität. In den folgenden komplizierten Verhandlungen wurde dann ein Einvernehmen über die mit einer Minderheitsbeteiligung verbundenen Gesellschafterrechte erzielt.

Dabei machten die vertragschließenden Parteien von der Möglichkeit Gebrauch, bei einer GmbH die Sperrminorität oder die damit verbundenen Rechte (beispielsweise Kapitalerhöhungen oder Satzungsänderungen) auf eine Beteiligung unter 25 Prozent festzulegen. Wie verlautet sind die Minderheitenrechte von Claudius Dornier auf 12,5 Prozent der Anteile festgelegt worden, so daß er über 7,5 Prozent der Anteile frei verfügen könnte, ohne seine Mitspracherechte zu gefährden.

Der Testamentsvollstrecker Professor Hans Thümmel, der noch die 27,8 Prozent Anteile der verstorbenen Anna Dornier, der Witwe des Firmengründers, verwaltet, sieht nunmehr keinen Hinderungsgrund, seine Zustimmung zu geben.

hm