Was ist ein Gebraxtwagenverkäxfer? Einer jener Gebrauchtwagenverkäufer, der den Kunden ein X für ein U vormacht. Und das ist nicht einmal die gelungenste Scherzverdrehung eines soeben erschienenen "Anti-Sprichwörter"-Buchs (Gesellschaft für deutsche Sprache, Wiesbaden): einer Papierkaskade der herrlichsten Umkehrungen, Bösartigkeiten, Blinzelkassiber.

Sprichwörter gelten ja als Volksweisheit. Meist versteckt sich dahinter ein Quentchen Wahrheit. Diese kleine Anthologie nun dreht den Spieß um – eine neue, andere Wahrheit scheint auf: Bloßstellung durch Umstellung. "Torheiten schützen nicht vor dem Altern" ist leider so wahr wie "Papst bleibt Papst, da hilft auch keine Pille". Manchmal – "Ehe wem Ehe gebührt"; "Manche Leute haben ein Bett vorm Kopf" – genügt es, einen Buchstaben auszulassen. Manchmal ist es ein winziger Zusatz – "Wer an dem Ast sägt, auf dem er sitzt, schneidet schlecht ab"; "Von Menschen, die einem Wurst sind, kann man sich keine Scheibe abschneiden". Und manchmal reicht eine kleine Kehre: "Wie Du Dir, so ich mir."

Immer, guter Rat ist da nicht teuer, findet man sich ertappt: ein Büchlein der Denk-Lustbarkeiten und der Dutzenden Sprachsplitter. Ein Kompendium lauter kleiner funkelnder Bosheiten, die die eigenen sind; oder die der anderen? FJR