Die Bundesbank sagt es auf nüchtern-zurückhaltende Weise. "Von der Eigenfinanzierung her", so schreibt die Notenbank in ihrem jüngsten Monatsbericht, "dürften jedenfalls gute Voraussetzungen gegeben sein, daß sich die Investitionstätigkeit der Wirtschaft auch im laufenden Jahr kräftig entfalten kann."

Kein Zweifel, die Kassen der großen Industrieunternehmen sind dank guter Gewinne und nur mäßig steigender Lohnkosten so gut gefüllt wie seit langem nicht. Doch von entsprechend hohen Investitionen, die neue Arbeitsplätze schüfen, ist wenig zu sehen. Die spärlichen Ausnahmen von der unternehmerischen Investitionsunlust bieten da nicht einmal Trost. Zwar läßt sich zum Beispiel die BASF ein neues Engagement die satte Summe von drei Milliarden Mark kosten. Doch bezahlt wird damit nicht der Bau neuer Fabriken in der Bundesrepublik, sondern der Kauf eines Farbenkonzern in den USA. Ohne Frage verhalten sich die BASF-Manager ökonomisch vernünftig, denn der amerikanische Markt bietet bessere Zukunftschancen als der europäische.

Verloren geht dabei lediglich der Glaube an die wohl etwas schlichte wirtschaftspolitische These, daß schon genügend neue Beschäftigung entstehe, wenn man die Unternehmen nur kräftig verdienen lasse. wge