Der Konjunkturaufschwung, so stellt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin fest, wird in der Bundesrepublik auch im zweiten Quartal anhalten. Die Auftragseingänge bei der Industrie sind weiter deutlich gestiegen, aberdie Inlandsbestellungen hätten abermals stagniert. Die gesamtwirtschaftliche Expansion werde somit weiter vom Ausland ausgehen.

Erstmals seit zwei Jahren haben die privaten Haushalte 1984 wieder mehr gespart. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank sind die privaten Ersparnisse mit 146 Milliarden Mark um rund sechs Prozent gegenüber 1983 gestiegen. Die Sparquote, die die Ersparnisse in Prozent des verfügbaren Einkommens ausdrückt, stieg von 12,5 auf 13 Prozent. Die Aufnahme von Konsumentenkrediten ist um 2,5 auf zehn Milliarden Mark gesunken. Nach Ansicht der Bundesbank haben die Bundesbürger ihren gestiegenen Einkommenspielraum genutzt, um ihre vielfach im Arbeitskampf angegriffenen Reserven aufzurollen. Zudem habe die Kaufzurückhaltung aufgrund der verwirrenden Katalysatordiskussion zur höheren Ersparnis beigetragen. Insgesamt verfügten die privaten Haushalte 1984 über ein Geldvermögen von fast 1,95 Billionen Mark.

Für einen konsequenten Abbau der in der Bundesrepublik gewährten Subventionen hat sich das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln ausgesprochen. Vor allem die automatisch steigenden Steuervergünstigungen beanspruchten einen immer größeren Anteil am Steueraufkommen, meint das unternehmernahe Institut. Die Finanzhilfen und Steuervergünstigungen allein des Bundes seien zwischen 1970 und 1984 von 15 auf 29 Milliarden Mark gestiegen.

Die Werbeaufwendungen in den klassischen Medien der Bundesrepublik haben sich nach einer Untersuchung der Nielsen Werbeforschung Schmidt & Pohlmann in Hamburg seit 1975 auf 10,2 Milliarden Mark verdoppelt. Der Zuwachs von 1983 auf 1984 betrug rund sechs Prozent.