Es war kaum anders zu erwarten. Zwischen Sozialdemokraten und Unionsvertretern im Flick-Untersuchungsausschuß ist offener Streit entbrannt. Peter Struck, Berichterstatter der SPD im Ausschuß, legte in der vergangenen Woche einen ersten Berichtsentwurf zur Spendenpraxis des Flick-Konzerns vor.

Schon dies ärgerte die Kollegen von der Union kräftig. "Absprachewidrig", tadeln sie diese "Flucht in die Öffentlichkeit". Die Kritik beschränkt sich freilich nicht allein aufs Formale. Auch inhaltlich haben die Unionsvertreter im Ausschuß harte Worte für den Entwurf ihrer Kollegen von der SPD.

Während Struck betonte, er habe einen ehrlichen Bericht präsentiert und der Versuchung widerstanden, dort zu beschönigen, wo die eigene Partei betroffen sei, wertete CDU-Berichterstatter Friedrich Bohl das Papier zum Wochenbeginn schlicht als "unehrlich, lückenhaft, irreführend und daher nicht brauchbar".

Es sei, meint der CDU-Abgeordnete, geradezu "peinlich, wie sich die SPD geschont habe". Bohl, der seinen Entwurf zu diesem Teil des Berichts in der kommenden Woche vorstellen will, fürchtet, daß die Chance auf einen gemeinsamen Bericht nun verbaut sei.

Die Parteidifferenzen könnten den Abschlußbericht, der nach der ursprünglichen Zeitplanung schon vor der Sommerpause im Parlament debattiert werden sollte, noch weiter verzögern. Schon Peter Struck hatte als frühesten Debattentermin den Oktober genannt.

Illegales Abhören, soviel ist klar, will niemand sanktionieren. Dennoch ist ein Gesetzentwurf des Bundesrates "zur Verhinderung des Mißbrauchs von Sendeanlagen" nicht unumstritten. Vor allem der FDP-Experte Klaus-Jürgen Hoffie meldet seine Bedenken dagegen an.

Er hält die Novelle, die den Erwerb und Besitz von Sendeanlagen stärker kontrollieren will, für nicht effektiv genug. Sie schaffe, meint Hoffie, vor allem mehr Bürokratie und könne überdies dazu führen, daß Tausende harmloser Hobbyfunker "kriminalisiert" würden. Man wolle ein Prozent der Besitzer solcher Geräte erfassen, erreiche aber zugleich die restlichen 99 Prozent, die nichts Böses im Sinn haben.