ZEIT: Die CDU will die Massenarbeitslosigkeit durch Investitionsanreize, Steuervergünstigungen für Wirtschaftsbauten und billige Umweltschutzkredite für die Gemeinden überwinden. Was halten Sie davon?

Roth: Ich halte das Ganze weitgehend für ein Täuschungsmanöver. Nehmen wir nur die billigen Investitionskredite für die Gemeinden. Die werden maximal ein halbes Prozent billiger sein als sie ohnehin am Kapitalmarkt angeboten werden. Davon kann doch niemand einen Investitionsschub erwarten.

ZEIT: Ist ein Programm nicht sinnvoll, um die Bauindustrie zu beleben?

Roth: Das ist ein ganz fauler Trick. Der ganze Subventionsumfang liegt zwischen dreißig und fünfzig Millionen Mark.

ZEIT: Die Rede ist aber von dreihundert Millionen.

Roth: Es werden dreihundert Millionen Mark ausgewiesen, aber der Subventionsumfang beträgt gegenüber dem, was es auf dem Kapitalmarkt an Nominalzinsen gibt, eben nur diese dreißig bis fünfzig Millionen. Damit wird das dann zu einer Operation, die wirklich nur etwas vortäuscht und im Praktischen nichts bringt. Übrigens scheint das auch der Vorstand der Kreditanstalt für Wiederaufbau so zu sehen.

ZEIT: Und was haben Sie gegen die Verkürzung der Abschreibungsfrist für Wirtschaftsgebäude?