Jeder feste Börsentag zeigt es aufs neue: Auslandskäufe "machen" die deutschen Aktienkurse. Aber immer deutlicher werden die kräftig gestiegenen Kurse von mehreren Seiten abgesichert. Nach wie vor geht sicher der größte Anreiz für internationale Anleger von den noch immer hohen Dollarkursen aus. Die deutschen Aktienkurse sind aber – zumindest im Bereich exportintensiver Unternehmen wie Auto, Chemie und Maschinenbau – auch solide untermauert von der blühenden Exportkonjunktur, die für die deutschen Unternehmen aufgrund der günstigen Wechselkursrelationen besonders gewinnträchtig ist. Hinzu kommt ein Extraplus für den Maschinenbau; denn zunehmend gewinnen in der Bundesrepublik Anlageinvestitionen an Gewicht. Und davon sollten Unternehmen wie Mannesmann, Linde, KHD oder GHH profitieren.

Mit wechselnden Favoriten schaukeln sich die international bevorzugten deutschen Aktien so nach oben und drücken auch die Kurzindizes von einem historischen Hoch zum anderen. Im übrigen aber sorgt sich die Börse noch nicht darum, daß die Ausländer wieder aussteigen könnten.

Der Rentenmarkt tendiert zwar nicht unfreundlich, aber doch ohne besonderen Schwung. Einmal liegen in den Augen der Anleger die größeren Gewinnchancen zur Zeit – solange die Ausländer kaufen – bei den Aktien, zum anderen reizt auch die Rendite von knapp sieben Prozent nicht sonderlich zu Neuengagements. Und den besonders langen Laufzeiten über zehn Jahre hinaus, wie beispielsweise bei der jüngsten Postanleihe, traut man noch nicht so recht über den Weg. So ist trotz leicht steigender Notierungen eher Zurückhaltung zu beobachten. ITS