Von Ulrich Stock

Kiel

Manchmal genügt ein Wort. Es braucht nur die richtigen Personen. Zum Beispiel 7 betrunkene Deutsche und einen Türken.

Sonntagnachmittag, 2. September 1984, Bahnhof Kiel: Vier Kieler bringen drei Sylter zum Zug. Die jungen Männer sind betrunken – jeder acht Halbe und acht Kurze. Vor der Abfahrt nehmen sie noch einen Abschiedsschluck im Biergarten am Bahnsteig. Da sehen die Sieben einen Türken.

"Mensch", sagt ein Sylter, "was laufen hier viele Kanackers rum, soviel gibt’s auf Sylt nicht."

Das Wort ist gefallen.

Zwischen Kanal und Kanaille definiert es Meyers Lexikon so: "Kanake, Mehrzahl Kanaken, 1. polynesisch: Mensch, 2. (ugs. abwertend) ungebildeter, einfältiger Mensch, 3. (salopp) ausländischer Arbeitnehmer, bes. Türke."