SCHWANZ, masculinum, cauda, mittelhochdeutsch swanz Verbalsubstantiv zu swanzen (= sich hin und her bewegen, wahrscheinlich intensivbildung zu schwanken, schwenken).

1) in verbalem sinne schwenkende Bewegung.

a) vom tanze, und besonders von starkem schwenken beim tanz, das der geistlichkeit immer als ausgelassen und üppig galt.

b) wie "umlauf, kreislauf" in zeitlichem sinne.

c) der eigentlichen bedeutung näher, im sinne von "umweg, abstecher", noch bei Göthe, vielleicht als ein an neubildung zu dem landschaftlich erhaltenen intransitiven schwänzen: am liebsten gingen wir über die Furka auf den Gotthard, der kürze wegen und weil der schwänz durch die italienischen provinzen von anfang an nicht in unserm plane war

d) im anschlusz daran unsinnlich mit bezug auf das abweichen vom geraden wege der rechtlichkeit: einen schwänz machen, sein wort brechen, treulos sein.

e) in verwandtem sinne studentisch, eine Vorlesung per schwänz hören, auf unrechtmäszige weise, sie "schinden".