Eine Afrikareise ist gefährlich, Afrikaner sind unberechenbar: Wer mehr über den Schwar- zen zen Kontinent erfahren möchte, statt sein Wissen aus solchen Vorurteilen zu ziehen, sollte Rüdiger Sieberts Buch "Bitte, wo liegt Afrika?" (Arena Sachbuch Band 1487; Arena Verlag Georg Popp, Würzburg 1984; 262 Seiten, Schwarzweißphotos; 7,90 Mark) lesen. Das spannende, subjektiv geschriebene Taschenbuch schildert eine Afrikareise mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Nord- durch West- und Zentral- nach Ostafrika. Erzählt wird ohne Beschönigung von Begegnungen mit Menschen des Schwarzen Kontinents und ihren Problemen, Erfahrungen, die ein Pauschaltourist kaum machen würde. Einen interessanten Teil der Reise unterschlägt Rüdiger Siebert allerdings rundweg: Der Leser erfährt nichts über die Durchquerung von Spanisch-Sahara und Mauretanien, wobei nur letzteres für Touristen "geöffnet" ist. Verwirrend ist der Aufbau des Buches: Erzählt wird nicht der chronologische Reiseablauf – der Autor blickt von Nairobi, seinem Ziel, aus zurück. Die Strecke von der Zentralafrikanischen Republik bis Kenia beispielsweise ist dazu wie ein Tagebuch formuliert, aufgezeichnet nach Tonbandaufnahmen, die unterwegs gemacht wurden. Trotzdem ist dieses Afrikabuch eine lohnenswerte Lektüre – man erfährt viel über die Afrikaner und spürt die Liebe des Autors zum "Katastrophen-Kontinent". H. L .