Nach dem Erfolg: Kontinuität heißt die Parole

Von Andreas Kohlschütter

Athen, im Juni

Bei Sonnenuntergang, genau um 20.42 Uhr, wurden am vergangenen Sonntag in Griechenland die Wahllokale geschlossen. Drei Stunden später schon ließen die im Athener Zappeion-Pressezentrum eintröpfelnden Resultate einen deutlichen Pasok-Trend erkennen, gerade auch in traditionell, konservativen Gegenden und Hochburgen der Nea Dimokratia-Opposition. Von einem Kopf-an-Kopf-Rennen, wie es hier wochenlang prophezeit worden war, konnte schon vom Anfang der Wahlnacht an nicht mehr die Rede sein.

Die erste, 1981 ins Amt gewählte sozialistische Regierung des Andreas Papandreou triumphierte allen Kassandrarufen zum Trotz ein zweites Mal. Die Abnutzungswirkung der ersten vier Regierungsjahre hielt sich für die Regierungspartei in engen Grenzen. Mit ganz unerwarteter Wucht entschied sich das griechische Volk dafür, Papandreous Lockruf nach "großer Veränderung" ("Allaghi") erneut zu folgen und seiner "Panhellenischen Sozialistischen Bewegung" (Pasok) eine weitere Chance zu geben.

Sichtbar bewegt, leintuchweiß und mit stockender Stimme definierte Papandreou in seiner bescheidenen, von einer riesigen Jubelmenge und von kilometerlangen, ohrenbetäubend hupenden Autokolonnen angesteuerten Vorortsvilla von Kastri noch einmal die getroffene Wahl: "Zwischen den Kräften des Fortschritts, der Demokratie, des Wandels einerseits, den Kräften der Reaktion, Abhängigkeit und Unterdrückung andererseits." Gegenüber der ZEIT meinte der sichtlich erschöpfte Gewinner: "Ich bin sehr, sehr glücklich", und er gab zu erkennen, daß sich erst vor einer Woche das Blatt zu seinen Gunsten gewendet und er einen viel knapperen Sieg erwartet hatte.

Die von den Computern ausgespuckten Endergebnisse vermitteln das folgende Bild: