Ein "Selbstversuch" vor dem Bildschirm: Fünf Tage Programm aus allen öffentlich-rechtlichen und privaten Kanälen

Von Rainer Frenkel

Der Menschenversuch beginnt an einem Mittwoch in München. Er wird etwa fünf Tage dauern und soll ans Licht bringen, wie der Versuchsgegenstand, Fernsehen total, auf die Versuchsperson wirkt.

Gesprächspartner gibt es nicht, jedoch einen Widerpart: ein Fernsehgerät, das Tag für Tag zwölf bis vierzehn Stunden lang weit mehr als ein Putzend Programme bereithält. Öffentlich-rechtliche und, nicht zuletzt, private.

Im großen Münchener Fernsehpilotprojekt also hockt hier das kleine Subjekt, um das es geht, gefesselt an einen Hotelsessel, gefesselt auch vom Programm?

Die erste Erfahrung scheint noch zufällig und bietet doch schon so etwas wie den Generalschlüssel: An der Music-Box kommt keiner vorbei. All die Kanäle wollen ja erst einmal identifiziert, den einzelnen Programmen zugeordnet werden. Eines von ihnen heißt Music-Box. Und auf Kanal zwei steht so ein Ding deutlich sichtbar im Mittelpunkt, gefunden.

Gefunden? Sat 1, das private Satelliten-Programm, verspricht eine Sendung, die Music-Box heißt. Im Notizblock steht nun: Kanal zwei – Music-Box (oder Sat 1?). Da erscheint immer noch auf demselben Kanal das vertraute ZDF-Signet über jenem im Look der fünfziger Jahre schimmernden Monstrum. Ein Blick noch einmal ins Programm. Zu sehen ist P.I.T. – Peter Illmanns Treff, Hits und News.