Abgemahnt

"Kapier doch endlich", schrie Dagobert Duck Donald Duck an, "wenn ich in der Micky Maus 92,7 Prozent aller 1,96 Millionen Schüler erreichen kann, die neue Musikcassetten kaufen wollen, kommt eben kein TV-Auftritt in Frage."

Ob Donald kapiert hat? Kapiert hat der Westdeutsche Rundfunk. Als Rechtsanwälte des Senders das Dagobert-Zitat in einer Anzeige des Stuttgarter Ehapa-Verlages entdeckten, schickten sie dem Comic-Haus gleich eine Abmahnung. "Mit dieser Werbung", so steht es in ihrem Brief, "sollen werbungtreibende Unternehmen, die Musikcassetten verkaufen, veranlaßt werden, Werbung für ihre Produkte nicht im Fernsehen, sondern statt dessen in der Zeitschrift Micky Maus zu schalten." Dies sei "eine unter dem Gesichtspunkt der herabsetzenden Bezugnahme unzulässige vergleichende Werbung".

Der Verlag fügte sich, die Werbung ist eingestellt worden. Kommentar der Werbe-Fachzeitschrift, der wir den Vorgang entnehmen: "Seufz."

Stellvertreter

In den USA sind Vize-Präsidenten ebenso schnell vergessen wie in der Bundesrepublik die Bundestagspräsidenten. Wenn sich ihr Machtpotential – durch Ermordung oder Wegsterben des Präsidenten – nicht verwirklicht, dann "ist ihr Job nicht einmal einen Krug voll warmer Spucke wert". So drastisch definierte ein ehemaliger Vize seinen Dienst im Weißen Haus unter Franklin D. Roosevelt.

Alle Präsidenten haben seither die Rolle ihres Stellvertreters hochzujubeln versucht. Jimmy Carter nannte Fritz Mondale einen "intimen Freund", und Ronald Reagan entsandte George Bush schon dreimal auf den Friedhof nach Moskau, während er selber nur die im Westen liegenden für sich in Anspruch nahm.