Politiker suchen immer wieder einen Anlaß, sich zu profilieren. Die laschen Brüsseler Vorschläge zur Reduzierung der Autoabgase kommen da wie gerufen: Wer jetzt mit Vehemenz ein Tempolimit als Alternative zu Brüssel fordert, dem sind Schlagzeilen sicher.

Doch warum als Alternative? Egal ob Zimmermanns ursprüngliche Katalysatorpläne oder die abgeschwächte Variante der Europäischen Gemeinschaft zum Zuge kommen werden, ein Tempolimit würde der Umwelt in jedem Fall helfen. Denn selbst wenn die Abgaswerte noch so streng angesetzt werden, so gelten sie doch nur für Neuwagen und erfassen damit in ihren ersten Geltungsjahren nur einen kleinen Teil des Autobestandes. Für die Situation in der Bundesrepublik heißt das: Neue Vorschriften zu Autoabgasen wirken sich allemal erst Anfang der Mitte der neunziger Jahre auf die Umweltbilanz aus.

Anders ein Tempolimit: Auch wenn sich die Gelehrten noch über die Größenordnung der Entlastung streiten mögen, so ist eines doch sicher – die Entlastung kommt sofort und wird in den nächsten vier Jahren mit Sicherheit mehr bringen als keine oder nur wenige freiwillige Maßnahmen. Auch die Ergebnisse eines Großversuches können an dieser Grunderkenntnis nichts ändern. Es ist deshalb erstaunlich, daß sich die Befürworter des Tempolimits erst jetzt wieder zu Wort melden, obwohl man die Geschwindigkeitsbegrenzungen eigentlich schon seit Monaten immer wieder hätte fordern müssen. iml