Hörenswert

Barbara Thompson’s Paraphernalia: "Fantasy pure". Natürlich gibt sich auch die Saxophonistin Barbara Thompson dann und wann zu erkennen – doch bei dieser fröhlichen, klangbunten, mit Effekten spielenden Schallplatte hält man sich besser an das, was ein altes Fremdwörterbuch über Paraphernalien mitteilt: Es seien Dinge, die die Ehefrau außer und neben der Mitgift mit in die Ehe bringe. Hier handelt es sich dabei offensichtlich um das musikalische Sondervermögen der Saxophonistin, aus dem sie zusammen mit ihrem Mann Jon Hiseman, dem Schlagzeuger und Komponisten, ein sehr amüsantes Kapital geschlagen hat. Die Schallplatte mit ihren zehn Stücken ist das Ergebnis einer Tournee, die dafür als stetige Probe in Fortsetzungen genutzt wurde, um allen fünf daran beteiligten Musikern das Äußerste zu entlocken. So entstand eine sehr illustrative, an Stimmungen reiche, oft folkloristisch inspirierte, mit Jazz nur leicht angereicherte Unterhaltungsmusik. (veraBra records No. 8). Manfred Sack

Joe Walsh: "The Confessor". Was man alles mit einer elektrisch verstärkten Gitarre und diversen Elektronik-Geräten anfangen kann, weiß Joe Walsh schon lange – da macht ihm auch ein Eddie van Halen nichts vor, und der ist immerhin zu einem der Besten seines Fachs geworden. Ein einziges Mal führt Walsh auf seiner neuesten Platte noch schnörkellose Hard-Rock-Kunst vor ("Good Man Down", das die Herkunft vom Blues nicht verhehlt), und das in einer Perfektion, die ihm einmal die Bewunderung von "Who"-Chef Pete Townshend eintrug. Bei den übrigen, manchmal Reggae-getönten ("Problems") oder country-rockigen ( "Rosewood Bitters" ) Songs demonstriert er, warum er nach wie vor zur Oberliga der amerikanischen E-Gitarristen zählt, wie man mit Phasing-Effekten zaubert und abwechslungsreichen Mainstream-Rock so meisterlich spielt, daß viele der neuerdings so hochgelobten Gitarren-Bands vergleichsweise wie Anfänger wirken. (Warner Bros. 925 281–1) Franz Schöler