Der kleinste bekannte Dinosaurier war nicht größer als eine Katze und lebte einst in Bayern. Vor etwa 140 Millionen Jahren, gegen Ende der Jurazeit, hüpfte er auf seinen Hinterbeinen wie ein Känguruh durch die Gegend. Die Skelettreste dieses Compsognathus longipes genannten Reptils hatte ein Wissenschaftler bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts in der Nähe von Jachenhausen bei Riedenburg entdeckt. Mehr als 120 Jahre nach dem Fund erkannte jetzt der Würzburger Geologe Matthias Mäuser, daß es sich bei dem Skelett um ein weibliches Tier gehandelt hat: Unterhalb des Fossils identifizierte er zehn kugelige Gebilde glaubwürdig als Eier des Sauriers. Die Kugeln sind alle fast gleich groß (Durchmesser: 0,9 Zentimeter). Der amerikanische Paläontologe John Ostrom deutete 1978 die seltsamen Gebilde noch als kleine freischwimmende Seelilien der Gattung Saccocoma. Die rundlichen Gebilde auf dem Compsognathus-Abdruck weisen jedoch nicht einmal Andeutungen von Seelilienarmen auf. Bisher hatte es zudem Zweifel am exakten Fundort des bayrischen Mini-Dinosauriers gegeben, weil zwei alte Etiketten unterschiedliche Angaben machten. Offenbar hatte sich der Entdecker des Compsognathus, ein Arzt aus Kelheim, durch eine ungenaue Beschriftung unliebsame Sammlerkonkurrenz vom Leibe halten wollen, Eine zweite, frühere Compsognathus-Ausgrabung, ein etwa um die Hälfte größeres Exemplar, stammt aus Südfrankreich. Deshalb hielten die Forscher das in der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und historische Geologie aufbewahrte Jachenhausener Fossil für ein junges Tier. Das jedoch ist – wenn die Deutung der kugeligen Gebilde als Eier des Reptils zutrifft – ein Trugschluß. Ernst Probst

Warum schreit ein Star, wenn er von einer Katze oder einem Bussard gepackt wird? Wollte der Vogel seinen Fänger erschrecken, um so vielleicht doch noch den Zähnen und Klauen entweichen zu können, so müßte der Schrei kurz und schrill sein. In Wirklichkeit ist er aber langgezogen. Auch die Erklärung, es sei ein Warn- oder Hilferuf an andere Stare, war für den schwedischen Forscher Göran Högstedt von der Universität Lund nicht befriedigend. Der Ornithologe fand heraus, daß der langgezogene Todesschrei andere Raubtiere anlockt, die leichte Beute erhoffen. Kommt es so zum Streit um den Star, besteht für das Opfer wenigstens noch eine geringe Chance zur Flucht.

Eine biologische Waffe gegen den Überträger der Schlafkrankheit, die Tsetse-Fliege, fand der äthiopische Forscher Gatachew Tikubet vom Internationalen Viehzentrum in Addis Abeba: eine entfernt mit der Tsetse-Fliege verwandte, dreimal größere Raubfliege. Das Insekt war Zoologen schon länger als Feind von Moskitos und Schmetterlingen bekannt. Tikubet entdeckte, daß die Raubfliegen in einigen Gebieten mit Vorliebe Tsetse-Fliegen überfallen und in nur 30 Sekunden aussaugen, Schmetterlinge aber verschonen. ari