McDonnell Douglas unternimmt neue Anstrengungen, um im Flugzeugmarkt zu bleiben

Die Ankündigung kam überraschend, denn viele Beobachter des zivilen Flugzeugmarktes hatten McDonnell Douglas schon gar nicht mehr auf der Rechnung: "Wir werden den Fluggesellschaften das Flugzeug im August offiziell anbieten und hoffen, noch in diesem Jahr die ersten Aufträge zu erhalten", verriet Lou DiLeo auf der Pariser Luftfahrtschau, die am Sonntag zu Ende ging.

DiLeo ist Verkaufschef beim einzigen amerikanischen Flugzeughersteller, der sich neben der Boeing Company noch auf dem Markt für zivile Großflugzeuge tummelt. Und das Flugzeug, das er vorstellte, ist ein dreimotoriges Langstreckenflugzeug für 330 Passagiere mit der Typenbezeichnung MD-11X, eine Weiterentwicklung der erfolgreichen DC-10, von der die Lufthansa und ihre Tochtergesellschaft Condor beispielsweise vierzehn Stück betreiben.

Noch vor zwei Jahren dachte Konzernchef Sanford McDonnell laut darüber nach, den Bau von Zivilflugzeugen ganz aufzugeben. Dem Unternehmen schien das gleiche Schicksal beschieden wie seinem Nachbarn in Los Angeles, Lockheed, dessen Tristar sich kaum noch verkaufen ließ, und der daraufhin beschloß, das schwierige Zivilgeschäft einzustellen, um sich ganz auf die lukrative militärische Produktion zu konzentrieren.

Auch die DC-10-Aufträge tröpfelten nur noch langsam, so daß eine Proauktionseinstellung absehbar schien. Als Alternative hatte McDonnell Douglas nur kleinere Flugzeuge der in MD-80 umgetauften DC-9-Reihe anzubieten.

Die Rettung kam aus dem Pentagon, dem amerikanischen Verteidigungsministerium. Die Luftwaffe bestellte sechzig KC-10, eine Tankerversion der DC-10 für die Betankung von Kampfflugzeugen in der Luft. Die Produktion konnte weiterlaufen.

Mit der Ankündigung in Paris demonstrierte McDonnell Douglas nun nicht nur seine Entschlossenheit, weiter im Zivilgeschäft mitzumischen. Es war gleichzeitig auch ein Angriff auf das europäische Flugzeugbau-Konsortium Airbus Industries.