Von Gunhild Freese und Hans-Otto Eglau

Einhundert Seiten stark ist das Schriftwerk, das am Montag dieser Woche von der renominierten Düsseldorfer Anwaltskanzlei Bruckhaus, Kreifels, Winkhaus und Lieberknecht der 12. Zivilkammer am Düsseldorfer Landgericht überreicht wurde.

Am gleichen Tag ging ein ähnlich umfängliches Papier beim Hamburger Landgericht ein. Absender: das Anwaltsbüro Kamin + Wilke.

Im Laufe der Woche bekamen zudem die Landgerichte in München und Bochum Schriftsätze gleichen Inhalts zugestellt, und Anfang der kommenden Woche geht ein fünftes Werk an das Kölner Landgericht.

Der Inhalt, mit dem sich die Gerichte nun zu befassen haben, ist stets der gleiche: Fünf Häuser der mächtigen Großhandelskette Metro werden wegen unlauteren Wettbewerbs verklagt. In Düsseldorf, dem deutschen Sitz des von der Schweiz aus gesteuerten Konzerns, wurde das Spitzentrio des Unternehmens, Otto Beisheim, Erwin Conradi und Hannsjörg Hereth, mit verklagt. Denn über die Metro-Manager hoffen die Anwälte, das Wettbewerbsverhalten sämtlicher 40 Großhandelsmärkte in Deutschland in die gesetzlichen Schranken weisen zu können.

Der Kläger ist in allen fünf Fällen die in Köln ansässige Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels (HdE), die Spitzenorganisation der Branche.

Monatelang hatten Handelsfunktionäre und Händler, deren Mitarbeiter und Anwälte recherchiert, Material und Beweisstücke gesammelt, gesichtet und ausgewertet, um endlich – vor Gericht – das zu beweisen, was längst jeder Branchenkenner weiß: Die Metro, Intimfeind vieler kleiner und mittlerer Einzelhändler, nimmt es nicht immer so genau mit Gesetzen und Vorschriften, Verträgen und Versprechungen. Und das, so klagen die aufgebrachten Händler, ging stets zu ihren Lasten.