BELL oder BELLE, femininum, ein bestandtheil des schifs, worüber die Wörterbücher Auskunft versagen: weiter auf die bellen vom schif, zwischen dem mast und dem haus voran (Leonhard Fronsperger, 1520-1575: "kriegß buch").

BELLE, femininum, populus alba, italienisch poppio bianco, sonst auch albele, alber, abele, die Pappel.

BELLE, femininum, latratus: der hund hat eine starke belle; gottesackerbelle, ein schwindsüchtiger husten.

BELLEN, latrare, personare, praeteritum boll für ball, pluralis bollen, participium gehoben, auch bellte, gebellt; althochdeutsch pellan, pal pullun, pollan. ein uraltes wort, dem sanskritischen bhil findere (= spalten, teilen) entsprechend, da zugleich sanskritisch bhid findere besteht, welchem wir unser beiszen an die seite setzen durften ... so gewährt unsere Sprache in beiszen und bellen dieselbe doppelgestalt einer wurzel. wer beiszen und beilen zu einigen trachtet, kann anschlagen, dasz die begriffe des spaltens, brechens und schallens in einander übertreten.

Während unser bellen hauptsächlich auf den hellen laut geht, den der hund, hirsch und fuchs von sich geben, wird das angelsächsische, englische und niederländische substantiv bell, bei für die schallende glocke oder schelle verwandt, der hundename bello, bella ist alt. ich weisz nicht, ob ein hund viel gilt, / der allen schmeichelt, keinem billt (Friedrich von Logau, 1604-1655, "Sinngedichte"), der jagdhund boll (Göthe). Auszer bellen gilt vom hund baffen, befzen, bauzen, gauzen, blaffen, klaffen, helfen, belfern, gelfern, greinen, heulen, schreiten (schrillen) und zumal lauten, hochlauten, von menschen gebraucht: laut schreien, lernten, eifern: man wiegert den discant, man brüllet den tenor,/man billt den contrapunct, man heult den alt hervor (Logau). und mein gewissen billt (Johann Christian Günther, 1695-1723). und das herz im innersten bellt ihm (Johann Heinrich Vosz, 1751-1826: "Homers Odüßee").

MUH, brummlaut des rindes. die kuh im stalle ruft muh! muh! (Schiller), spöttisch heiszt die Schweiz, als kühereiches land, das land zu Muh, das land Muh.

UP, naturlaut des Wiedehopfes, (upupa L.) hört, wie die nachtigall ihr stik, stik, stik auszschreiet!/hört, wie der wiederhopf mit seinem up, up freiet! (Johann Rist, 1607-1667, "neuer teütscher Parnass").