Sogar im Ölgeschäft wird wieder Geld verdient

Von Heinz-Gunter Kemmer

Noch ehe an diesem Mittwoch die Umtauschfrist abgelaufen war, konnte sich Veba-Chef Rudolf v. Bennigsen beruhigt zurücklegen; Die freien Aktionäre der Veba-Enkelin Nordwestdeutsche Kraftwerke AG (NWK) in Hamburg hatten von dem verlockenden Angebot der Großmutter – eine Veba-Aktie plus 45 Mark in bar für einen NWK-Anteil – in so großer Zahl Gebrauch gemacht, daß einer Neuordnung der Stromfirmen des Konzerns nun nichts mehr im Wege steht.

Ende Juli werden die Aktionäre der NWK und der Preußischen Elektrizitäts-AG (Preußenelektra) – Veba-Anteil bislang 86,6 Prozent – in getrennten Hauptversammlungen die Verschmelzung der beiden Unternehmen beschließen und damit die Voraussetzung für eine einheitliche Führung des nach dem Branchenführer RWE größten deutschen Stromversorgungsunternehmens schaffen.

Zwar war die Preußenelektra bisher schon mit 69,4 Prozent an der NWK beteiligt, zwar arbeiteten die beiden Unternehmen bisher schon eng zusammen, das Fehlen einer gemeinsamen Kasse ließ es jedoch nicht zu, alle Optimierungsmöglichkeiten auszuschöpfen. Hermann Krämer, in Doppelfunktion Vorstandssprecher beider Unternehmen, nennt denn auch als entscheidendes Motiv für die Fusion den Wunsch, die "Erzeugungsseite zu stärken und die Wirtschaftlichkeit weiter zu verbes-

Stabile Strompreise

Dabei können sich Preußenelektra und NWK auch getrennt schon sehen lassen. Der konsequente Ausbau der Kernkraft – beide Unternehmen zusammen erzeugten 1984 rund 60 Prozent ihres Stroms in Atommeilern, die Tendenz ist steigend – hat die Nordlichter in der deutschen Stromwirtschaft ganz weit nach vorn gebracht und die Preisunterschiede zum RWE-Bereich fast verschwinden lassen.