Ob die Insassen einer Linienmaschine eine Stunde in der stickigen Kabine auf dem Rollfeld ausharren müssen; ob die Passagiere eines Intercity zwanzig Minuten auf dem zugigen Bahnsteig stehen dürfen; ob den "verehrten Hausgästen" eines renommierten Hotels der Service nicht geboten wird, für den sie – auch – bezahlen (sondern ohrenbetäubender Umbaulärm ab sieben Uhr morgens): "Wir danken für Ihr Verständnis" schallt es durchs Bordmikro, aus Lautsprechern, von Klebe-Sprüchen.

Die Damen und Herren dieser Dienstleistungsgewerbe fassen uns in die Tasche – und danken grinsend. Dabei verkaufen uns diese Leute ja etwas – Flüge, Pünktlichkeit, Sicherheit, Service. Sie nehmen feste und oft hohe Preise, aber sie liefern die Ware nicht. Und sie entschuldigen sich nicht für eine Panne; sie bitten auch nicht um Verständnis für ein Versehen; sie danken für etwas, was viele überhaupt nicht haben.

Auf jedem Markt sind angestoßene Äpfel oder alte Blumen billiger. Mit welchem Recht nehmen Fluggesellschaften, Bahn, Hotels den vollen Preis für "angestoßenen" Service? Ich lasse mir jetzt Kärtchen drucken, ganz feine, auf denen steht: "Ich danke für Ihr Verständnis." Und die lege ich am Flugplatz-Bahn-Hotel-Schalter zu dem Scheck, auf dem die Hälfte der verlangten Summe eingetragen ist. F. J. R.