Von Elisabeth Binder

Was bringt Jugendlichen und Studenten ein Job im Ausland? Neue Freundschaften, bessere Sprachkenntnisse, mehr Lebenserfahrung und – einen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit. Besonders mit dem letzten Argument wird in immer zahlreicher erscheinenden Büchern geworben, die Tips und Tricks für fernwehkranke Job-Jäger bereithalten.

Leben und Arbeiten im Ausland, eine vielversprechende Möglichkeit, Lehr- und Wanderjahre zu verbinden, galt noch vor einigen Jahren vor allem aufgrund schlechter Informationsmöglichkeiten als eher ungeliebte Tugend. Inzwischen wird die Idee als Ausweg aus der Not verkauft.

Für mehr Licht auf dem Weg ins Ausland sorgen Orientierungshilfen, die den ersten Schritt erleichtern, dafür allerdings auch bis zu vierzig Mark kosten. Wer eigentlich immer schon mal ein anderes Land und seine Menschen im Arbeitsalltag kennenlernen wollte, findet hier ein Angebot an Stellen, das so vielfältig ist wie die Art der Publikationen.

Überwiegend englischsprachige Bücher vertreibt Interconnections (Belfortstraße 55, 78 Freiburg). "Work your way around the world" bietet Überlebenshilfen und Erfahrungsberichte für Globetrotter und professionelle Arbeitsreisende an. "Arbeiten und Helfen – Europa und Übersee" und "The Kibbutz Volunteer" zeigen Möglichkeiten für kurzzeitige, freiwillige Arbeitseinsätze. Studenten, die in den USA praktische Erfahrungen sammeln wollen, können "1985 Summer Employment Directory" und "1985 Internships" zu Rate ziehen.

Da sich beide Bücher in erster Linie an amerikanische Studenten richten, werden die spezifischen Probleme deutscher Bewerber nur am Rande gestreift: etwa die Tatsache, daß bei der Beschaffung des Visums der mögliche Arbeitgeber behilflich sein muß. Angesichts der großen Zahl amerikanischer Mitbewerber, die Sommerpraktika oft als Teil des Studiums absolvieren müssen, sind die Chancen für Ausländer, einen der angebotenen Traumjobs im Verlagswesen, bei Fernsehstationen, in der öffentlichen Verwaltung oder beim Theater zu bekommen, sehr klein.

Interconnections-Chef Günther Beckmann bietet die Bücher nur in geringer Stückzahl an, "weil sonst die Chancen für den einzelnen zu gering werden". Allerdings habe er den Eindruck gewonnen, daß Bewerber aus der Bundesrepublik vor allem bei deutschstämmigen Arbeitgebern "immer noch bessere Chancen haben als amerikanische Flippies‘".