Legionärskrankheit: Erst nachdem 37 Engländer gestorben waren, kam letzte Woche die Bestätigung, daß Legionella pneumophila Auslöser der Seuche in der englischen Grafschaft Staffordshire war. Das virulente Bakterium war von Anfang an als Ursache der "atypischen Lungenentzündung" verdächtigt worden. Den Namen bekam die Mikrobe 1976, nachdem sie 29 Mitgliedern des Kriegsveteranenvereins "American Legion" bei einem Treffen in Philadelphia das Leben kostete. Damals wie heute spielte moderne Klimatechnik eine entscheidende Mittlerrolle: Legionella gedeiht prächtig in Klimaanlagen – so wie jetzt im Kühlsystem des Stafford General Hospitals. Dort lagen 161 der 163 Opfer der jüngsten Legionärskrankheitsepidemie.

Verseuchtes Grundwasser: So wie Legionella-Bakterien im warmen Wasser von Klimaanlagen überleben können, so vermögen manche Viren ihre Virulenz im vermeintlich sauberen, kühlen Grundwasser lange zu bewahren. Wie drei Forscher der Universität von Arizona kürzlich berichteten, besteht die Gefahr besonders bei Grundwasservorkommen, in die das "gereinigte" Wasser aus Kläranlagen hinabsickert. So melden amerikanische Gesundheitsbehörden eine wachsende Zahl von Durchfallserkrankungen, die meist auf verseuchtes Grundwasser zurückgehen. Ein besonders besorgniserregender Übertragungsweg sind Wegwerfwindeln: Ihr womöglich virulenter Inhalt kann auf Mülldeponien vom Regenwasser ausgewaschen und somit ins Grundwasser gespült werden. Bei Labortests fand das Forschertrio heraus, daß zum Beispiel Kinderlähmungsviren im kühlen, nur vier Grad Celsius warmen Grundwasser besonders lange existieren: Erst nach nahezu einem Monat war die Zahl der Keime im Test auf ein Zehntel abgesunken. In der Bundesrepublik hängen übrigens mehrere Millionen Menschen im Rhein-Ruhr-Raum von Grundwasser ab, das durch nicht gerade sauberes Oberflächenwasser aufgefüllt wird – durch die sogenannte Uferfiltration entlang des Rheins.

Antischwerkraft: Der Theorie zufolge sollte sich Materie mit umgekehrter elektrischer Ladung – also Antimaterie – in einem Schwerefeld ebenso verhalten wie "gewöhnliche" Materie (unsere Welt besteht aus Atomen mit positiv geladenen Protonen im Kern und negativ geladenen Elektronen in der Hülle; bei Antimaterie verhält es sich genau umgekehrt). Einige Physiker erwarten freilich völlig unbekannte Effekte. Deshalb bereiten Forscher im amerikanischen Los Alamos National Laboratory für 1987 einen Großversuch mit mehreren Billionen künstlich erzeugten Antiprotonen vor. Die Antiteilchen sollen in einer sogenannten Driftkammer zeigen, ob sie der "normalen" Schwerkraft gehorchen und nach unten sinken.

Nasales Insulin: Bei einem Versuch in Boston wurde 45 Zuckerkranken das lebensnotwendige Insulin per Sprühdose auf die Nasenschleimhäute gesprüht. Die Aufnahme des Hormons erfolgte viel schneller als durch die Spritze. Außerdem glich das Aufnahmemuster eher der natürlichen Insulinproduktion durch die Bauchspeicheldrüse. Ein Nachteil: Für den gleichen Effekt benötigt die Sprühdose zehnmal mehr Insulin als die Spritze.