Der Inselstaat Fiji, eines der bedeutendsten Urlaubsgebiete in der Südsee, ist in zwei Jahren dreimal von schweren Wirbelstürmen verwüstet worden. Jetzt drohen dem Tourismus, einer der wichtigsten Einkommensquellen des armen Landes, schwere Einbußen.

Oscar, Eric und Nigel sind in Fiji keine sehr beliebten Vornamen mehr, denn Zyklone dieser Namen haben 1983 (Oscar) und im Januar dieses Jahres (Eric und Nigel) schwere Zerstörungen in der vermeintlich paradiesischen Inselwelt im Südpazifik angerichtet. Vor zwei Jahren waren 16 Prozent aller Hotelzimmer mehr oder minder stark zerstört, bei der diesjährigen Katastrophe waren die Verluste zwar etwas geringer, aber der internationale Flughafen mußte eine Zeitlang geschlossen werden, was den Tourismus zum Erliegen brachte.

Die Schäden sind inzwischen wieder behoben, aber nun droht Fijis Hoteliers neue Unbill: Die Versicherungen wollen die Prämien drastisch erhöhen, ein Kostenfaktor, den die Hotels auf ihre Preise abwälzen müssen: Das schwächt aber die Wettbewerbsposition der Inselgruppe auf ihrem wichtigsten Markt, in Australien.

Die sechs Versicherungsgesellschaften, die auf den Inseln tätig sind, haben kürzlich die beschädigten Hotels untersucht. Sie haben dort in den letzten zwei Jahren Wirbelsturmschäden von rund 380 Millionen Markt regulieren müssen, mehr als das Dreieinhalbfache dessen, was sie in Fiji mit Versicherungsprämien in allen nur denkbaren Sparten eingenommen haben. Nun kündigen sie, wie das australische Fachblatt Travel Trade meldet, Prämienerhöhungen um 200 Prozent für die Hotelversicherungen an.

Darüber hinaus fordern die Versicherungsagenten von den Hoteliers erhebliche Aufwendungen für eine bessere Hurrikan-Vorsorge, die meisten Herbergen, ob Luxusklasse oder preiswerte Appartementunterkunft, hatten ihrer Meinung nach zu wenig Schutzeinrichtungen gegen die Stürme. Jetzt müssen sturmfeste Generatorhäuser und hurrikansichere Rolläden eingebaut werden – ein weiterer Kostenfaktor.

Schließlich müssen die Hotelgesellschaften damit rechnen, daß nicht alle ihre Sturmschadenforderungen anerkannt bleiben. So glaubten die Versicherungsagenten festgestellt zu haben, daß manche Häuser wegen vermeintlicher Sturmschäden über die Unwettertage hinaus geschlossen blieben und daß voller Schadenausgleich gefordert wurde, obgleich die Schäden relativ gering waren. Weil nach den Hurrikan-Nachrichten ohnehin kaum Touristen gekommen wären, glaubten angeblich einige Hoteliers, es sei einträglicher, auf Versicherungskosten zu schließen. A.T.