Zweitens klumpten nicht alle Planetisimale des Schwarms auf einmal zusammen. Ein Teil der kosmischen Felsbrocken kreiste weiterhin frei um die Sonne und kollidierte dabei von Fall zu Fall mit anderen Mitgliedern des Schwarms. Währenddessen zerfiel in ihrem Gestein das Jod-129, entwich das entstehende Xenon-129 bei Zusammenstößen ins All. Nach Berechnungen der Podosek-Gruppe dauerte es mindestens 14 Millionen Jahre, bis schließlich die restlichen Planetisimale vom Erdkern eingefangen worden waren und die neue äußere Hülle des Planeten bildeten – einen Gesteinsmantel, der auffällig weniger Xenon-129 enthält als der ältere Erdkern.

Drittens entströmten dem neuen Erdmantel Gase, die schließlich die Luft- und Wasserhülle des Planeten bildeten. Dieser Vorgang konnte gut hundert Millionen Jahre gedauert haben, wie das heutige Verhältnis zweier Isotopen des Edelgases Argon nahelegt. Die Zusammensetzung des Xenons in der Luft glich (und gleicht) selbstverständlich jener des Erdmantel-Xenons.

Viertens zeigt die bis heute unterschiedliche Xenon-Komposition in Erdkern und Erdmantel samt Lufthülle), daß sich die beiden unterschiedlich alten Bestandteile unseres Planeten kaum vermischt haben.

Frank Podosek und seine Kollegen, so scheint es, haben aus einem klein bißchen Edelgas ganz schön große Antworten destilliert.