Romantisch

"Flucht zu Dritt" von Gillian Armstrong. Als Ehefrau des Gefängnisdirektors von Pittsburgh führt Mrs. Soffel ein enges Bürgerleben. Das Gefängnis, in dem die Soffels ihre Wohnung haben, wo sie leben, wo ihre Kinder aufwachsen, dieser große Block aus Steinen und Gitterstäben, ist der riesenhafte Abdruck der unglücklichen Seele dieser kränklichen, sich in Gott flüchtenden Frau. Als Ed Biddle, der schöne Mörder, sich in sie verliebt und sie überredet, ihm beim Ausbruch zu helfen, lebt sie auf. Sie flieht schließlich mit ihm. Sie wollen ins sichere Kanada. Und während das ganze Land hinter ihnen herjagt, blüht zwischen den beiden die Liebe. Wenige Stunden später stirbt Ed. Sie überlebt den Gnadenschuß, um den sie ihren Geliebten angefleht hat. Mrs. Soffels Geschichte hat sich im Jahre 1901 in Pittsburgh tatsächlich abgespielt. Die Ironie des Schicksals war, daß sie ihre Strafe im Gefängnis ihres Mannes abzusitzen hatte. Das Problem dieses trotz der dramatischen und leidenschaftlichen Geschichte streckenweise langweiligen Films ist, daß alles unmotiviert und ohne Hintergrund erscheint. Daß es sich um eine "wahre Geschichte" handelt, ist hier zu wenig.

Maxim Biller

Sehenswerte Filme

"Die letzte Jagd" von Alan Bridges. "Love streams" von John Cassavetes. "Reise nach Indien" von David Lean. "Vollmondnächte" von Eric Rohmer. "Der einzige Zeuge" von Peter Weir.