DIE ZEIT

Christine Kaufmann: Ich leide nicht gern

Sie hat die Schauspielerei nie gelernt, sie wurde einfach Schauspielerin, "bevor ich irgend etwas wollen konnte": Das wechselvolle Leben der Christine Kaufmann.

Fingerzeig

Als historisches Ereignis hat der SPD-Politiker Karsten Voigt den Vorschlag einer SPD/SED-Arbeitsgruppe für eine chemiewaffenfreie Zone in Europa bewertet.

Übertrieben

Der Streit ist so alt wie die Umweltdiskussion: Darf im Interesse der guten Sache übertrieben werden? „Keine Chance mehr für die Nordsee“, hieß es letzte Woche in deutschen Tageszeitungen.

Bittere Lehren

Die erste lautet: Es gibt nur selten – und auch dann nur unter glücklichen Umständen – eine militärische Antwort auf terroristische Geiselnahme.

Einer zuviel

Märchen gibt es keine mehr, schon gar nicht solche, in denen die Prinzessin zu viele hemänner hat. Natürlich ist von Helene von Damm die Rede, von jener Österreicherin, die vor vielen Jahren nach Amerika auswanderte, später zum Vertrautenkreis Ronald Reagans gehörte und schließlich von ihm als amerikanische Botschafterin in die alte Heimat entsandt wurde.

Zeitspiegel

Neo-Nazis aus Schweden haben den vielgesuchten Doktor Mengele jetzt endlich entdeckt – fürs Geschäft. Sie scheren sich weder um identifizierte Knochenteile in Brasilien noch um Erklärungen der Familie Mengele in Schwabing.

Zugleich Vermittler und Komplize

Der Justizminister übernimmt die Verantwortung für das Schicksal der Entführten – Glück im Unglück, so mochte es scheinen. Denn Nabih Bern ist ein Mann mit "Sinn für Verantwortung" – den hat ihm zumindest der französische Präsident Mitterrand vor einiger Zeit bescheinigt.

Wolfgang Ebert: Die Untat

„Also auch noch liederlicher Lebenswandel. Unsere führenden Männer rackern sich ab, für Leute wie Sie Arbeitsplätze zu schaffen – und Sie haben nichts anderes im Kopf als Seitensprünge.

Ich habe die Hexe gesehen

Wenn die polnische Presse über Revisionismus und Revanchismus in der Bundesrepublik schreibt, meinen einige Polen, das genaue Gegenteil sei der Fall: Die kommunistische Propaganda habe sich Herbert Hupka und Czaja samt ihren Schirmherren in der CDU/CSU nur ausgedacht, um die unartigen Kinder der Solidarność wie mit der bösen Hexe im Märchen zu erschrecken.

Drei Hamburgerinnen erinnern sich: Frauen der Stunde Null

Drei Hamburgerinnen, die sich erinnern, drei persönliche Schicksale, die nicht typisch sind, aber beispielhaft: Ida Ehre, die Prinzipalin der Kammerspiele – sie überlebte die Nazizeit in Hamburg in einem Versteck.

DDR-Übersiedler: Fremde im eigenen Land?

Ginge es nach der Vielzahl der Vertreter, müßte die Hilfe eigentlich perfekt sein. Abgesandte von 20 Organisationen, von der Arbeiterwohlfahrt über das Rote Kreuz und die Caritas bis zum Bund der Mitteldeutschen oder der Flüchtlingsstarthilfe, waren bei der öffentlichen Anhörung zur Stelle, in der sich der Bundestagsausschuß für innerdeutsche Beziehungen in der letzten Woche mit der „Situation der Ubersiedler aus der DDR“ beschäftigt hat.

Amerika: Kehrtwendung

Noch vor dem Nationalfeiertag am 4. Juli möchte Präsident Reagan die Gesetzesvorlage über erneute Hilfe an die nicaraguanischen Contras unterschreiben.

Ein großer Solist

Alois Mertes war immer ein eigenständiger und grüblerischer Denker. Er besaß einen akribischen Kenntnisreichtum in der Außen- und Sicherheitspolitik und focht auf diesem Felde mit großer Gesinnungstreue, beseelt von dem Villen, in der auswärtigen Politik vor allem der Moral und dem Recht einen hohen Rang zu verbürgen.

BONNER BÜHNE: Vornehme Gesellschaft

Dies ist wieder die Zeit der Bonner Sommerfeste, bei denen nicht zuletzt die Länder glänzen. Der „Tag der Niedersachsen“ ist gerade vorüber, in der nächsten Woche lädt die Wiesbadener Vertretung beim Bund zum „Rotweißen Hessenfest“.

Rückzug oder Rücktritt?

Warum stolpert man eigentlich über die Nachricht, Bremens überaus populärer Bürgermeister Hans Koschnick werde im September sein Amt abgeben und mitten in der Legislaturperiode Platz für einen Jüngeren machen? „Rücktritt“ will er das ausdrücklich nicht genannt wissen, ein Rückzug ist es aber jedenfalls.

Ho-Ho-Ho Tschi Minh

Still ist der Alte aus dem Dickicht getreten und hat sich wortlos an die Spitze unserer Gruppe gesetzt. Seine flinken Füße wirbeln fortan den hinter ihm gehenden Major gelbbraune Lehmspritzer an die grüne Uniformhose.

Reinhard Bendix: Jude und Deutscher

Im Mai 1938 verläßt der Berliner Rechtsanwaltssohn Reinhard Bendix im Alter von 22 Jahren Deutschland und wandert in die USA aus.

Spiel mit Zahlen

Nun hat sich kein geringerer als der Bundeskanzler der Sache angenommen und die Arbeitsmarktstatistik durchleuchtet. „Wir müssen auch – und es ist hohe Zeit, dazu den Mut aufzubringen – die Fragen der Zahlen diskutieren“, sagte Helmut Kohl vor Unternehmern.

Rettungsring für Argentinien

An zwei Punkten dieser Welt war Ende der letzten Woche wegen einer Entscheidung des Währungsfondschefs Jacques de Larosiére die Erleichterung groß – in Buenos Aires und in New York.

Bonner Kulisse

Eigentlich sind Sozialdemokraten und Gewerkschaften doch ein Herz und eine Seele – wieder, muß man wohl hinzufügen. Denn dereinst, als die SPD noch nicht auf den harten Oppositionsbänken Platz genommen hatte, war das bekanntlich durchaus nicht immer selbstverständlich.

Rüstungswirtschaft: Geheim

In einschlägigen wehrtechnischen Magazinen, die vom Wohlwollen der deutschen Rüstungsindustrie abhängen, manchmal auch von ihrem Geld, war schon lange vor Verabschiedung des neuen Bundeswehrplans im vergangenen Jahr nachzulesen, was Verteidigungsminister Manfred Wörner und seine Militärs in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren für 250 Milliarden Mark planen.

Entwicklungshilfe: Eine Lanze für Bauern und Handwerker

Wenn Entwicklungsminister Jürgen Warnke für bare Münze nähme, was gut ein Dutzend sachverständige Entwicklungshelfer letzte Woche vor Abgeordneten des Deutschen Bundestags ausgeführt haben, müßte er seine Politik in Teilen neu definieren: Statt in der Dritten Welt Brücken, Autostraßen, Eisenbahnen, Staudämme, Banken und Fabriken mit modernsten Technologien zu fördern, müßte Warnke seine Milliarden umlenken – in kleine bäuerliche, handwerkliche und gewerbliche Betriebe.

Österreich: Politik und Panzer

Über der österreichischen Steyr Daimler Puch AG, seit Jahren tief in den roten Zahlen, hängen zur Zeit wieder einmal besonders schwere Gewitterwolken.

Den Verbrauch steuern

Pohl: Wir plädieren in der Tat für die Einführung eines Drei-Sorten-Konzepts, das auf verbleiten Normalkraftstoff verzichtet.

ZEITRAFFER

Mit einem realen Anstieg des Wirtschaftswachstums von jährlich zwei Prozent rechnet das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre.

DEVISENSELLER

Der internationale Wert der Mark entscheidet sich auf zwei Märkten, im Europäischen Währungssystem (EWS) und auf dem Dollarmarkt.

MANAGER UND MÄRKTE

Zweimal hatte er sich als Sanierer in der co op einen Namen gemacht, doch für einen dritten Sanierungsfall wurde er nicht mehr gewünscht: Klaus-Peter Schneidewind verläßt die Unternehmensgruppe, um sich als Berater selbständig zu machen.

Aktien: Anlage auf italienisch

Wer hat die Volksabstimmung über die scala mobile, die Lohnautomatik, gewonnen?" lautete die Scherzfrage der Mailänder Börsenmakler am vergangenen Mittwoch, als der Börsenindex in einer einzigen Sitzung um 3,5 Prozent stieg.

Presse: Gute Nachrichten für Ärzte

Die Vorbereitungen liefen unter strengster Geheimhaltung. Bis zuletzt kannte die Konkurrenz weder Titel noch Termin. Am 19. Juni war es dann soweit: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH und der Perimed Verlag Dr.

Etienne Aigner: Krach im Luxusladen

Der Super-Boutique steht Ärger ins Haus. Die Münchner Etienne Aigner AG, modisch ambitioniertes Unternehmen für exklusive Lederwaren, teure Kleidung, ausgewählte Kosmetika und allerlei schicke Accessoires, ist durch den Hinauswurf des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Hans Dieter Steinke ins Gerede gekommen.

Technologieparks: Platz an der Sonne

Silicon Valley ist auch nicht mehr, was es einst war. Im Tal des Siliziums südlich von San Francisco – so genannt, weil Silizium ein wichtiger Rohstoff für die Elektronikindustrie ist, die sich dort angesiedelt hat – kriselt es.

Es war kein Aufbruch

Den Reformern fehlte es an Stehvermögen. Ein Gespräch mit Hildegard Hamm-Brücher

Von Woche zu Woche: Heimat

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“, dies haben jene Abiturienten erfahren, die in diesem Jahr über den Worten des Philosophen Ludwig Wittgensteins für die Reifeprüfung brüteten.

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