Zweimal hatte er sich als Sanierer in der co op einen Namen gemacht, doch für einen dritten Sanierungsfall wurde er nicht mehr gewünscht: Klaus-Peter Schneidewind verläßt die Unternehmensgruppe, um sich als Berater selbständig zu machen. Erst im Mai dieses Jahres war Schneidewind von der Frankfurter co op-Zentrale aus seiner Position als Geschäftsleitungsvorsitzender der Niederlassung Nord in Hamburg abberufen worden, um "seine Erfahrungen in der Strukturerneuerung, die stets auch mit prägnanten Marketing-Initiativen" verbunden waren, in einem neuen Aufgabenfeld zu nutzen.

Und die Zentrale hatte dieses Aufgabenfeld schon gefunden: die co op Rhein-Neckar in Ludwigshafen. Wie schon zuvor in Bremen und Hamburg mit Selbstbewußtsein und weitreichenden Kompetenzen ausgestattet, sollte Schneidewind an Rhein, Main und Neckar die Genossenschaftsläden auf Vordermann bringen und – vor allem – die ausgeuferten zentralen Kosten zusammenstreichen. Doch der schneidige Sanierer kam bei den südlichen Genossen nicht an, sie entschieden sich für ein behutsameres Sanierungskonzept. Die Frankfurter Zentrale wird es bedauern: Für das vergangene Jahr muß sie Verluste ihrer Genossen von 21 Millionen Mark übernehmen ohne ihr eigenes Sanierungskonzept durchsetzen zu können.

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Das Jagdflugzeug 90, das die Bundesluftwaffe irgendwann in den 90er Jahren beschaffen will, sollte eigentlich ein Gemeinschaftsprojekt von fünf Ländern werden – so jedenfalls hatten es die Verteidigungsminister von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien vor mehr als Jahresfrist beschlossen.

Nun aber stimmt der deutsche Verteidigungsminister Manfred Wörner sich und seine Mannen darauf ein, aus dem Vorhaben auszusteigen. Schon am Rande der Pariser Luftfahrtschau vor wenigen Wochen ließ Wörner Verärgerung über die französischen Versuche spüren, das Jäger-90-Programm ganz unter französischer Führung und ohne Beachtung der militärischen Vorstellungen der übrigen europäischen Teilnehmer durchzuziehen. Wörner soll entschlossen sein, dieses Mal bei der Vertretung deutscher Interessen ganz hart zu bleiben.

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Eduscho will den Schweizern zu mehr Kaffee-Freuden verhelfen. Nachdem die Röster aus dem Norden in Österreich zur Nummer eins auf dem Kaffeemarkt geworden sind (Anteil: 22 Prozent), blasen sie neuerdings auch im benachbarten Alpenland zur Frühjahrsoffensive. Hermann Dany, der Geschäftsleiter der Schweizer Eduscho-Niederlassung, zweifelt nicht an deren Erfolg. Denn die Schweiz, obgleich "ein klassisches Kaffee-Land", konsumiert maßvoll: Während sich die Österreicher im Schnitt 7,5 Kilo pro Jahr zumuten, bringen’s die Schweizer trotz höherer Kaufkraft nur auf sechs Kilo.