Die Anhänger der Forderung, die private Rolle des Ecu, die Europäische Währungseinheit, auszudehnen, werden nicht zufrieden sein. Die Zentralbanken der Europäischen Gemeinschaft haben sich bei ihrem Bemühen, das Europäische Währungssystem (EWS) zu stärken, ganz auf die offizielle Verwendung des Ecu beschränkt. Vom 1. Juli an gelten da einige Verbesserungen.

So können, Notenbanken, die nach den Regeln des EWS bei bestimmten Kursen intervenieren müssen, jetzt beim Europäischen Fonds für Währungspolitische Zusammenarbeit mehr Ecu mobilisieren, als dort aus der Hinterlegung von zwanzig Prozent ihres Bestandes an Gold und Devisen entstanden sind. Eine Notenbank, die durch Interventionen Schuldner wurde, muß ihre Verbindlichkeiten in der Gläubigerwährung zurückzahlen. Hat sie davon nicht genug, kann sie auch Ecu verwenden. Die Gläubigernotenbank war bisher allerdings nur verpflichtet, bis zu fünfzig Prozent ihrer Forderungen in Ecu entgegenzunehmen; wenn sie aber selbst Nettoschuldner in Ecu ist, muß sie künftig in diesem Umfang über die 50-Prozent-Grenze hinaus Ecu annehmen. Außerdem werden Ecu-Guthaben der Notenbanken besser verzinst, zu Sätzen nämlich, die sich aus einem Durchschnitt der Marktzinsen in den Mitgliedsländern errechnen. Schließlich dürfen auch Notenbanken aus Nicht-Mitgliedsländern Ecu annehmen.

Diesen Veränderungen konnte auch die Bundesbank zustimmen. Sie hat damit keine der Positionen preisgegeben, die ihr teuer sind. Vor allem: Neben der Mark läuft im Inland kein anderes Geld um.

Sie nimmt in Kauf, daß ihr dafür das Etikett "antieuropäisch" angeheftet wird mit der zweifelhaften Begründung, der Ecu sei ein vollgültiges, in ganz Europa verwendbares Zahlungsmittel, das sich nur deshalb nicht ausbreiten könne, weil sich einige wenige uneinsichtige Notenbanken dagegen sperren. Die Bundesbank hat die besseren Argumente. Durch einen etablierten Ecu-Kreislauf könnte sie zu einer unfreiwilligen Geldschöpfung gezwungen werden – eine Gefahr für die Stabilität. R. H.