Der Pressesprecher wird heute in Bonn offensichtlich nicht nach dem Maßstab ausgesucht: Was ist Unions-, was ist Koalitionspolitik? Statt dessen wird der umgekehrte Weg beschritten: Wer ist bekannt – am besten durch Film, Funk und Fernsehen –, wen mögen die Leute sowieso schon? So bringt man das Thema in die Nähe der Frage, warum nicht Wim Thoelke oder Köpcke gebeten werden.

Jürgen Busche in der FAZ über die Wahl des neuen Pressesprechers der Bundesregierung

Heute hat er Geburtstag, er wird 43 Jahre alt. Sein Sohn Tilman (10) hat ein Stück auf dem Klavier eingeübt, auch Dorit (9), Philip (7) und Fabian (3) haben Überraschungen vorbereitet – ein Geschenksegen prasselt allerdings nicht auf ihn nieder; wie seine Frau Erika sagt: "Wir machen so was immer ganz einfach." Sein Lieblingsgericht? Frau Ost: "Wir sind nicht anspruchsvoll."

Detlev Ahlers in der "Welt" über den neuen Pressesprecher der Bundesregierung Friedhelm Ost

Rubens, Liebling der Attentäter

Vollständig zerstört wurde das Porträt des spanischen Königs Philipp IV. von Peter Paul Rubens bei einem Brandanschlag im Züricher Kunsthaus. Ein junger Mann, der die Tat nach einem längeren Verhör zugab, erklärte bei der Vernehmung durch den Staatsanwalt, daß er sie "aus Protest gegen die Umweltverschmutzung" begangen habe. Weshalb er in diesem Zusammenhang extra von München nach Zürich reisen mußte, wie er angab, bleibt unverständlich: In der Münchner Alten Pinakothek hängen rund 60 Bilder von Rubens – unter denen der "Höllensturz der Verdammten" 1959 ein Säure-Attentat knapp überstanden hat. Überhaupt scheint Rubens das Lieblingsziel der Kunstattentäter zu sein: Die Zürcher Vernichtungstat ist bereits der fünfte Anschlag auf das Werk des flämischen Meisters seit 1959. Die endlos repetierte Lebens- und Fleischeslust seiner Bilder scheint für Menschen, die ihre realen Agressionen und imaginierten Botschaften nicht in Übereinstimmung bringen können, eine unerträgliche Herausforderung zu sein.

Kino gemütlich