Mit einem realen Anstieg des Wirtschaftswachstums von jährlich zwei Prozent rechnet das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre. Dabei dürften die Investitionen bis 1990 durchschnittlich stark steigen, die privaten Konsumausgaben dagegen nur unterdurchschnittlich zunehmen. Der Wettbewerb wird nach Ansicht des Instituts besonders im Konsumgüterbereich noch zunehmen, auch die Konzentration im Handel werde sich fortsetzen.

Für das zweite Quartal dieses Jahres sieht der Deutsche Sparkassen- und Giroverband nur eine verhaltene Erholung der Konjunktur. Am Arbeitsmarkt sei, abgesehen von einer jahreszeitlich bedingten Entlastung, noch kein Fortschritt festzustellen. Die Inflationsrate wird nach Ansicht der Sparkassen bis zum Jahresende bei durchschnittlich 2,6 Prozent liegen.

Einen neuen Beschäftigungseinbruch hat im März die Bauwirtschaft erlebt. Nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie waren Ende des Monats noch 960 000 Personen im Bauhauptgewerbe beschäftigt. Gegenüber März 1984 waren das 11,7 Prozent oder 127 147 Arbeitnehmer weniger. Für die kommenden Monate rechnet die Branche mit einem weiteren Beschäftigungsabbau. Die Bauwirtschaft fordert deshalb erneut geeignete Maßnahmen, um die rückläufige Nachfrage abzufedern, da sonst die Talfahrt noch weit in die Jahre 1986 und 1987 andauern würde.

Besser als erwartet geht es im laufenden Jahr der Elektroindustrie. Neben der weithin unerwartet kräftigen Auslandsnachfrage profitieren die meisten Bereiche auch von wachsenden inländischen Investitionen im Investitionsgüterbereich. Die Branche hat ihre Mitarbeiterzahl in den letzten 18 Monaten um rund 50 000 auf 953 000 Beschäftigte erhöht. Für das gesamte Jahr 1985 erwartet man eine Zunahme der Produktion um rund sieben Prozent.

Die Schwarzarbeit in der Bundesrepublik hat aus der Sicht der Wirtschaft katastrophale Ausmaße erreicht. Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Paul Schnitker, hielt es nicht länger für vertretbar, daß im Handwerk jährlich etwa zehn Prozent der Marktanteile – mit einem Volumen von 40 Milliarden Mark – durch Schwarzarbeit verloren gingen. Dadurch würden Hunderttausende von Stellen vernichtet.