Auschwitz-Lügner

Neo-Nazis aus Schweden haben den vielgesuchten Doktor Mengele jetzt endlich entdeckt – fürs Geschäft. Sie scheren sich weder um identifizierte Knochenteile in Brasilien noch um Erklärungen der Familie Mengele in Schwabing. Sie verkaufen "Mengeles Stimme" auf Tonbandkassetten. Er erzählt angeblich für jeden, der es hören will, aus den Gaskammern (die es nie gab), über seine Zeit in Auschwitz (alles war ganz anders), über Hitler und den Nationalsozialismus. Gesinnungsgenossen kommen für zehn Dollar, bar im voraus, zu diesem einzigartigen Hörvergnügen; alle anderen müssen 100 Dollar zahlen. Das Geld – so heißt es – wird gebraucht, um dem Doktor seine Pension zu finanzieren. Nazis sind eben unanständig; auch gegenüber dem Andenken der eigenen Leute.

Deutsche Wertarbeit

Blüten gedeihen manchmal auf internationalen Wegen. Scotland Yard hat jetzt einen Plan aufgedeckt, nach dem 1,2 Millionen Dollar in gefälschten 50-Dollar-Noten England und Frankreich überfluten sollten. Das Papier für die Blüten stammte – so vermuten die Beamten – aus dem Ostblock, das Geld für die Operation von bundesrepublikanischen Gangstern. Und das alte "Made in Germany" garantiere wohl auch die Qualität der nahezu perfekt gedruckten Scheine.

Etikettenschwindel

Das Rote Kreuz muß seinen Namen ändern. Darauf besteht die internationale Hilfsorganisation Rotes Kreuz, die ihren weltweit als neutral anerkannten Namen nicht mit einer Kneipe im britischen Skerton in der Grafschaft Lancaster teilen will. Die Kneipe, die schon über hundert Jahre "Red Cross" heißt und sicher so manchem Hungrigen und Durstigen in seiner Not geholfen hat, verstößt mit ihrem Namen gegen die Genfer Konvention. Glaubt das Rote Kreuz oder sein englischer Ableger tatsächlich, daß der Name im Ernstfall zu Mißverständnissen führen kann? Es wäre ja auch schlimm, wenn irgendein Feind Britanniens irrtümlicherweise das Wirtshaus bei einem Angriff auf Skerton schonen würde.

Sprengstoff an der Uni

Gut organisierte Terroristen könnten in amerikanischen Hochschulinstituten mit Leichtigkeit genug angereichertes Uran stibitzen, um ihre eigene Atombombe zu bauen. Nach den geltenden amerikanischen Bestimmungen darf jeder Forschungsreaktor fünf Kilogramm Uran lagern. Fünfzehn Kilo reichen zum Bau einer kleinen Bombe. Thomas Davies, Admiral der Reserve, hat jetzt öffentlich auf den Mißstand hingewiesen – weil die Universitäten den Mahnungen der zuständigen Aufsichtsbehörde nicht folgen: Weder wollen die Universitätsverwaltungen ihre Institute besser bewachen noch sind die Physikprofessoren bereit, auf das gefährliche Material zu verzichten. Germany" garantierte wohl auch die