Georg-Berndt Oschatz sieht unser Kulturgut durch zwei amerikanische Ortschaften bedroht. Seit "Dallas" und "Denver" die bundesdeutsche Freizeit prägen, können sich Schüler nicht mehr recht konzentrieren, hat der Kultusminister herausgefunden. Der niedersächsische Kultusminister plädiert darum für die Förderung europäischer Film- und Fernsehproduktionen. Da die Subventionierung der europäischen Filme bislang an der Bundesregierung scheiterte, bat er jetzt das Auswärtige Amt, umzudenken, "damit möglichst viele Alternativen zu Dallas geschaffen werden können". Eine der Alternativen zu J. R. und Alexis liegt bereits auf Zelluloid vor: Die NDR-Fernsehdokumentation Eberhard Fechners über das Majdanek-Verfahren. "Der Prozeß" kann nunmehr von allen Schulen beim Münchener Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht ausgeliehen werden.

"Braucht eine neue Generation eine neue Pädagogik?" fragen sich Teilnehmer des Europäischen Pädagogischen Symposions Odenwald in Heidelberg. Vom 24. Juli bis zum 3. August versuchen Pädagogen, Theologen und Interessierte eine Antwort darauf zu geben. Während sie sich noch über Fragen der "postmateriellen Orientierungen der gegenwärtigen Jugend" die Köpfe zerbrechen, hat Baden-Württembergs Kultusminister Mayer-Vorfelder einmal wieder eines der "wesentlichsten Ziele" pädagogischer Unterweisung ausgegraben: "Die Erziehung zum normgerechten Schreiben." Tröstlich zu wissen – auch den kultusministeriellen Beamten fällt der Umgang mit der deutschen Sprache nicht ganz leicht, oder weiß jemand, was mit der "Herübersetzung der Fremdsprache" gemeint sein könnte? Beim "Herübersetzen" sollen die Schüler jedenfalls auf richtiges Deutsch achten.

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Als die Uno für 1985 das Jahr der Tugend ausrief, mochten die Europäer nicht zurückstecken und bescherten uns das Jahr der Musik. Also macht die Jugend Musik, zum Beispiel bei den Musiktagen europäischer Studenten Ende dieser Woche in Bonn. Auf dem Programm steht unter anderem die Pflege des deutschen Liedguts in der Beethovenhalle – aber auch Rock- und Jazzmusik in der Innenstadt. "Die Studentinnen und Studenten demonstrieren", schrieb Bundesbildungsministerin Dorothee Wilms den Musikanten zum Gruße, "im gemeinsamen Spiel, daß an den europäischen Hochschulen die Pflege der Musik eine hervorragende Rolle einnimmt." Endlich, mag sich die Ministerin gefreut haben, demonstriert die studentische Jugend einmal nicht gegen etwas (beispielsweise das geplante Hochschulrahmengesetz).

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Das Studium an den zwei Bundeswehrhochschulen in München und Hamburg habe sich grundsätzlich bewährt, bekundete Verteidigungsminister Wörner im vergangenen Jahr. Der Minister hatte aber die Bewehrung im Auge, als er monierte, der Studienplan der Offiziere müßte mehr militärische Themen aufweisen. Jetzt ist auch die bayerische Hochschule in den Rang einer Universität aufgestiegen. Nun können beide Habilitations- und Doktorarbeiten vergeben. Dann promoviert mal schön: Doktor Spieß, rechts um, Marsch. D. S.