Von Thomas Tomkowiak

Wenn ich erzähle, daß ich im Hauptfach Germanistik und im Nebenfach Politologie und Philosophie studiere, kommt meist ein mildes Lächeln und die Frage, ob ich Lehrer werden wolle. Will ich nicht. Deshalb studiere ich diese Fächer auch als Magisterstudiengänge.

Aha, und was willst du damit einmal machen? Da bleibt nicht viel. Journalismus und Verlagswesen sind (zu) sehr begehrt, die Hochschulen mit "Lehrkörpern" reichlich ausgestattet, kurz – kaum eine Chance.

Letzte Frage: Warum studierst du dann überhaupt?

Das Interesse am Fach, das mich antreibt, mehr darüber zu erfahren, neue Gedanken und neues Denken kennenzulernen, einfach mehr wissen zu wollen. Besser haben es sicherlich diejenigen, die gut in der Informatik, im Technischen und Naturwissenschaftlichen sind. Auch ich interessiere mich noch immer für Chemie und Physik und habe in der Schule mit Spaß Informatik betrieben. Aber ich weiß, daß mein Können auf diesen Gebieten nicht reicht, um ein Studium erfolgreich abzuschließen.

Bei meinen Mitschülern war die Neigung zu studieren nicht sehr groß. Die meisten zog es in die berufliche Ausbildung, wobei die Stellen im öffentlichen Dienst (als erster Schritt zur sicheren Beamtenlaufbahn) und bei den Banken am begehrtesten waren. Auch der Industriekaufmann stand hoch im Kurs. Fast ein Jahr vor dem Abitur verschickten sie bereits ihre Bewerbungen, um sich in Masseneinstellungstests mit vielen anderen um nur wenige Ausbildungsplätze zu reißen.

Vorher hat man zwar schon aus den Zeitungen oder dem Rundfunk davon gehört, nun aber wurde es für viele bittere Realität: Die ersehnten Lehrstellen wurden an andere vergeben. Irgendwie haben die meisten dann doch einen Ausbildungsplatz gefunden, einen anderen allerdings als den, den sie sich vorgestellt hatten.