ZDF, Donnerstag, 20. Juni: Heutejournal

Heute. Eigentlich hatte ich vorgehabt, über "Circus" zu berichten, über Hundedressuren und über Kindergeburtstagsscherze von Clowns, die uns der gewiß liebenswerte Freddy Quinn vorführte. Dann sah ich jedoch das ZDF-Journal, und diese Sendung verdient es eher, daß man über sie nachdenkt.

"Es gibt Tage, an denen bestehen die Nachrichtensendungen aus einer Aneinanderreihung von Schreckensmeldungen", sagte Herr Voss, der Moderator, und es kam dann auch ziemlich dicke: Zunächst wurde das Frankfurter Attentat aufbereitet, daß sich der Sprengstoff in einer Reisetasche aus grauem Kunstleder befunden habe und daß Trümmer und Körperteile bis an die Decke geflogen seien, "gestern, als die Zeiger stehenblieben". Im Hintergrund lachende Touristen.

Sodann Tripoli: 75 Menschen von einer Bombe zerrissen.

Dann die Beiruter Flugzeugentführung. Fünf gefangene Geiseln in der Cafeteria des Beiruter Flughafens umgeben von Crowds: Wenn dies und das nicht erfüllt wird, will man das gekaperte Flugzeug über Tel Aviv abstürzen lassen. Ein schießender Luftpirat war zu sehen, allerdings schoß er in die Luft, um einen Journalisten zu erschrecken.

Dann San Salvador. Eine schwüle tropische Nacht: Vor einem Straßencafe liegen vier amerikanische Marines in ihrem Blut. Wie sie beerdigt werden, führten weißgekleidete US-Soldaten unter strahlender Sonne vor. Seltsame, uns befremdlich anmutende militärische Zeremonien.

Dann die Meldung, daß in Managua eine deutsche Biologin von einem verwirrten Indianerstamm gekidnappt sei, aber vermutlich bald wieder freikomme.