DIE ZEIT

Helden

Er fürchtet die Einsamkeit nicht, die Kälte nicht und auch nicht den Tod. Er bezwingt die höchsten Gipfel, die steilsten Felswände, die tiefsten Gletscherspalten.

Gefälligkeit

Entwicklungshilfe, so behaupten enttäuschte Experten schon lange, helfe in erster Linie der Entwicklung des deutschen Exports.

Leichtfertig ins europäische Abseits

Das Stichwort Europa, das gemeinhin eher mit Valium verglichen wird, sorgt seit kurzem für heftigeren Pulsschlag in Bonn. Die Diagnose der Kreislaufbeschleunigung gibt keinen Anlaß zur Freude.

Trostlos

Bilder aus der vorigen Woche, die sich tief ins Gedächtnis eingraben: Zwei kleine Kinder in Frankfurt, zu blutigen Klumpen zerrissen von einer heimtückisch unauffällig plazierten Bombe.

Geld und Macht

Ein zweiter Fall Flick? Vor ein paar Jahren hatten die Listen des Chefbuchhalters Diehl, von der Staatsanwaltschaft in einem Bankschließfach aufgespürt, die Affäre Flick ins Rollen gebracht.

Worte der Woche

„Wenn sich die Anhaltspunkte verdichten, daß die Pharma-Lobby in Bonn Beamte und Politiker gekauft hat, um die Arzneimittelgesetzgebung in ihrem Sinne zu beeinflussen, kann das Parlament das nicht tatenlos hinnehmen.

Zeitspiegel

Beim Frühstück schauen sie fern, den Weg zur Schule schaffen sie nur mit Walkman im Ohr, in der Schule prasselt jede Menge theoretisches Wissen auf sie ein.

Richtung oder Richtlinie?

In einem Interview des Deutschlandfunks am 21. Juni erklärte Genscher unter Berufung auf die Reden des Bundespräsidenten zum 8.

Gentleman in gereizter Umwelt

Richard von Weizsäcker verwandelt die Ohnmacht seines Amtes in einen geistig-moralischen Führungsanspruch

Die Pressechefs der Bundesregierung: Vertrauter oder Herold?

Das Verhältnis zwischen der Bundesregierung und den Medien hat bei allen Kanzlern immer wieder Bauchgrimmen hervorgerufen. Am meisten verbitterte es sie, wenn sich die negativen Schlagzeilen häuften und die öffentliche Meinung nahezu unisono in eine gegen sie gerichtete kritische Grundströmung umkippte, ohne daß sie dem Einhalt gebieten konnten.

Wolfgang Ebert:: Sprangerpresse

Brüssel: Die Rücknahme des Kiechleschen Vetos gegen die EG-Getreidepreise – „im Interesse des Mailänder Gipfels und weil er das Opfer falscher Informationen war“ – wurde von der EG-Kommission erfreut zur Kenntnis genommen.

Bundeswehr: Wunschbuch

Wenn Worte Kampfkraft produzieren könnten, wäre die Bundeswehr kaum zu schlagen. Die Bundesregierung hat soeben das dickste Weißbuch seit Einführung dieser Publikation vorgelegt.

Parteispenden: Mitgefangen

Vor noch nicht allzu langer Zeit genoß das Land Rheinland-Pfalz den Ruf, eine „Steueroase“ zu sein (ZEIT- Dossier Nr. 37/1984).

"Es ist eine Katastrophe"

Die meisten Deutschen kennen drei Rumänen: Raducanu (Borussia Dortmund), Ceausescu (Staatspräsident in Bukarest) und Graf Dracula (Vampir, nach dem Vorbild eines rumänischen Fürsten des 15.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Die SPD-Regierung des Saarlands hat den Extremistenbeschluß von 1972 aufgehoben. Künftig soll niemandem allein wegen der Mitgliedschaft in einer radikalen, aber nicht verbotenen Partei der Zugang zum öffentlichen Dienst verwehrt werden.

Die Woche des Terrors

Von einer Bombe zerfetzte Kinder in Frankfurt, mehr als 300 Leichen im Atlantik, zwei tote Flughafenarbeiter in Tokio – eine neue Welle von Terror und Gewalt, verbreitet über die ganze Welt, ist ausgebrochen.

BONNER BÜHNE: Politische Unterstützung

Witzig, ironisch und auf angenehme Weise ehrlich und herzlich hat der Vorsitzende der Bundespressekonferenz, Rudolf Strauch, den neuen Regierungssprecher Friedhelm Ost zu dessen Premiere begrüßt.

Mugabe läßt wählen

Mugabes Partei, die 1980 nach Erkämpfung der Unabhängigkeit 57 von 100 Parlamentssitzen gewann, steuert auf einen sicheren Sieg zu.

Wer schießt gegen wen?

Gegenwärtig sind sich alle Kräfte im Libanon, ebenso die verfeindeten Nachbarn Israel und Syrien, einig, daß es kein Zurück zu den Zuständen vor dem 6.

„Wir sind keine Monster“

Nur eines ist bei dem Entführungsdrama Gewißheit: Die Beiruter Flugzeuggeiseln wollen nicht durch einen noblen und heroischen Kraftakt einem Prinzip zuliebe freigekämpft, sondern mit Hilfe von Diplomatie freigelassen werden.

Die Schiiten

Etwa zehn bis 15 Prozent der muslimischen Weltbevölkerung gehören zur schiitischen Konfessionsgemeinschaft des Islam. Die bedeutendste Gruppe ist die der Zwölferschia.

Den Kern nicht geknackt

So unglaublich der Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher noch immer anmutet, so perplex steht nun das Publikum vor den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung im Hamburger stern-Prozeß.

Dioxin-Affäre im Rheinland: Was heißt hier Seveso?

Die Parallele zu dem norditalienischen Ort, wo 1976 bei einer Explosion in einer Chemiefabrik größere Mengen Dioxin frei wurden, hat Professor Ottmar Wassermann gezogen, Direktor der Abteilung Toxikologie am Klinikum der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.

Kein Schwein für die Polizei

Für eine Wildsau hat „Luise“ eine erstaunliche Karriere hinter sich. Knapp ein Jahr alt und 180 Pfund schwer war sie in der „Heute“-Sendung des ZDF zu sehen, und ihr Name zierte Zeitungsseiten in Singapur, China und Neuseeland.

Nur wenige sind auserwählt

Zu einer ungewöhnlichen Aktion schwärmten Vermittler des Arbeitsamtes Stuttgart in den letzten Monaten in alle Himmelsrichtungen aus.

Boom ohne Folgen

Die Jahre der Voll- und Überbeschäftigung liegen nun schon so lange zurück, daß sich die Jüngeren daran gar nicht mehr erinnern können.

Bonner Kulisse

Heinrich Weiss, Vorstandsvorsitzender der Düsseldorfer Schloemann-Siemag AG und Vorsitzender des CDU-Wirtschaftsrates, ist mit den Vorstellungen der FDP, die Arbeitslosigkeit mit Löhnen unter Tarif zu bekämpfen, sichtlich unzufrieden.

Die unverhohlene Schelte

Lange Zeit galt der Bundesfinanzminister als guter, wenn auch strenger Hausvater, dem man mehr zutraute als nur die Ordnung der Staatsfinanzen.

Ein Jahr Bundeswirtschaftsminister: Politik aus dem Bauch

Es ist noch nicht lange her, da prägte Otto Graf Lambsdorff, der frühere Bundeswirtschaftsminister, scheinbar beiläufig, aber selbstverständlich gezielt und kalkuliert, den Satz: „Ordnungspolitisches Denken lernt man nicht mehr mit fünfzig.

Großbritannien: Der Druck nimmt zu

Im Prinzip: Ja. Nur: Die Zeit ist noch nicht reif. Diese offizielle Standardantwort gibt die britische Regierung auf die nicht verstummende Frage, ob und wann sie denn das Pfund Sterling in den europäischen Wechselkursverband einbringen wolle.

Frankreich: Die nächste Wende

Es war das einundzwanzigste von 110 Wahlversprechen des Präsidentschaftskandidaten François Mitterrand: „Durch die Nationalisierung von neun Industriekonzernen sowie der Stahlwirtschaft und der von der öffentlichen Hand finanzierten Rüstungs- und Raumfahrtaktivitäten soll der öffentliche Sektor erweitert werden.

Europäische Gemeinschaft: Botschaft an Moskau

Der Sekretär der kommunistischen Wirtschaftsgemeinschaft Comecon hat der Kommission der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel die Aufnahme gegenseitiger Beziehungen und ein „Treffen auf hohem Niveau“ vorgeschlagen.

Hitliste für Azubis

Die Zahlen sind auch in diesem Jahr wieder zum Fürchten: Bis zu 765 000 Jugendliche werden sich 1985 um eine Lehrstelle bemühen, kaum weniger als im Vorjahr.

MANAGER UND MÄRKTE

Einige erboste BMW-Fahrer und BMW-Händler beschwerten sich beim Bundesverband Freier Tankstellen (BFT). Grund: Ein Brief von BMW, in dem die Autofirma dazu riet, „nur Kraftstoff von solchen Anbietern zu tanken, die mit ihrem guten Ruf dafür bürgen, daß ihre Produkte jederzeit die DIN-Vorschrift in vollem Umfang erfüllen“.

ZEITRAFFER

Ein überwiegend optimistisches Bild der konjunkturellen Lage in der Bundesrepublik zeichnet die Deutsche Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht.

Klarer Verstoß

Farthmann: Die vier neuen Kraftwerksblöcke mit zusammen 2400 Megawatt-Leistung sollen alte Kraftwerke mit insgesamt 2200 Megawatt-Leistung ersetzen.

LÄNDER IM VERGLEICH

Während die noch relativ schwache Konjunkturentwicklung für eine weitere Dämpfung der Preise sorgt, verschärft sich auf der anderen Seite das Arbeitslosenproblem.

Müll und Manager von gestern

Die chemische Industrie sträubt sich gegen einen freiwilligen Fonds für die Beseitigung alter Giftabfälle

Neue Medien: Fernsehen in Bayern

Der Gemütszustand in München oder Bonn sei ihm nicht bekannt, aber er hoffe doch, daß sehr bald eine „zuschauerfreundliche Regelung“ gefunden werde.

Aus für Telezeitung?

Im Jahre 1983 fanden sich 48 bayerische Tageszeitungsverleger zusammen, um ihren Beitrag zum Thema Neue Medien zu leisten. Sie gründeten eine Gesellschaft namens m.

Kernkraftwerke: Noch einmal davongekommen

Noch am 29. Juni waren vier der fünf Herren der amerikanischen Nuclear Regulatory Commission (NRC) ganz zuversichtlich. Mit nur einer Gegenstimme erteilte das fünfköpfige Gremium an diesem Tag erneut eine Betriebsgenehmigung für den Block I des Three-Mile-Island-Kernkraftwerks in Harrisburg (Pennsylvania).

Einzelhandel: Den Bossen Dampf gemacht

Der Brief ist von gestern: "Es wird nicht mehr lange dauern, und die vereinigten Einkaufsgenossenschaften aller Branchen reden mit dem Fabrikanten, wie es ihnen beliebt.

Wird Aral aufgelöst?: Fallen für das Kartellamt

Eigentlich sollte die Entscheidung vergangene Woche fallen. Doch statt ein Urteil zu fällen, forderte Rosemarie Werner, Vorsitzende Richterin am Kartellsenat des Berliner Kammergerichts, die Treibstoffirma Aral und das Bundeskartellamt zu weiteren schriftlichen Stellungnahmen auf.

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