DÜNE, femininum, vom wind aufgeworfener, angeschwemmter hügel an der meeresküste. gewöhnlich ist der plural die dünen, die fortlaufende reihe solcher erhöhungen. althochdeutsch dûn, düna, niederdeutsch dünen, friesisch dünen, düninge, düm, englisch down, französisch dune. lebt in den städtnamen mit dunum (Augustodunum, Lugidunum; auch Taunus?). das wort ist alt und weitverbreitet, es gehört zu donen, dunen anschwellen, sich erheben, jene hütte die mich barg / als die sturmerregte welle / mich an jene dünen warf (Göthe). bildlich: auf dem öden Strand des lebens / wo sich dün auf düne häuft (Göthe).

DÜNENBESING, masculinum, besingstrauch, rothe schiebe, hippophae rhamnoides, niederländisch duinbes. besing ist beere, gothisch basi. in Berlin sagt man besing, bäsink für heidelbeere.

DÜNENHAFT, adjectivum und adverbium. im Jahr 1791, als ich aus dem sande des dünenhaften judenkirchhofs zu Venedig einen zerschlagenen schöpsenkopf aufhob (Göthe).

DÜNENKÄFER, masculinum, donnerkäfer, scarabaeus fullo, niederländisch duinkever.

STRAND, masculinum, dem ufer des meeres vorgelagerter sandiger oder steiniger streifen, der sich über den Meeresspiegel nicht merklich erhebt, im nordgermanischen heimisches wort: altnordisch: strond, Strand, auch "rand des schildes". norwegisch, schwedisch, dänisch Strand, im ablaut zu altnordisch strind = "rand". Strand und strind werden zu indogermanischen Wörtern der Grundbedeutung "lang gebreiteter streifen", finnisch ranta, französisch estran sind aus dem germanischen entlehnt, ins englische und deutsche gelangte Strand erst aus dem skandinavischen. im deutschen wurde neben den von anfang an heimischen gestade und ufer das neue Strand durch ostseefahrende aus dem skandinavischen entlehnt, die ältesten Zeugnisse für Strand finden sich in der deutschoraensliteratur. vom nordosten aus drang das wort an der ostsee entlang nach Westen vor. doch ist Strand, anders als ufer auszerhalb des eigentlichen bereichs des meeres bis heute mehr oder weniger ungewöhnlich und fremd geblieben, und die griechen, siegestrunken,... / saszen auf den hohen schiffen / längs des Hellespontos Strand (Schiller). Strand ist in der poesie in romantischen und groszartigen Szenerien beliebt, besonders bei nicht von der küste stammenden autoren; im allgemeinen sinn von "meeresufer": die meerfrau steigt aus den wellen / und setzt sich zu mir an den Strand (Heinrich Heine), besonders poetisch der öde Strand: wo die sonne nicht wird tagen / an dem ewig finstern Strand (Bettine von Arnim: "Günderode", 1840). metaphorisch für den ort auszerhalb des eigentlichen elementes, des lebens; erst seit dem 17. Jahrhundert: am Strand des lebens irr ich, starre düster / ins todesmeer, umhüllt von nebelflor (Nikolaus Lenau, 1802-1850).

WATT, neutrum, WATTE, femininum, seichter, bei ebbe trocken liegender theil des uferlandes oder des meeresbodens, namentlich der Nordsee zwischen dem festland und den vorgelagerten inseln. ein niederdeutsches wort, eigentlich identisch mit wat, "furt, untiefe", der boden ist von sonderer art... / so, dasz man, weil man auf dem wagen, dadurch ein schüttern fühlt und hört, / es auf dem watt nicht anders läszt, als ob man auf dem pflaster fährt, / da doch der grund so feucht und weich, dasz, wo man nur ein wenig stehet / und nicht beständig in bewegung darüber reitet, fährt und gehet, / man durch und inden triebsand sinkt (Barthold Heinrich Brockes, 1680-1747).

WOLKE, femininum, nubes. westgermanisches wort, ursprünglich starkes neutrum: althochdeutsch wolkan, neutrum. das wort wird von Schade als participium praeteritum zu walk = wälzen gestellt, also "zusammengeballtes, gewälztes", dagegen hat Joh. Schmidts etymologie zu welk = feucht fast allgemeine anerkennung gefunden. litauisch vilgyti "anfeuchten", preuszisch welgen "schnupfen", lettisch valka "ein flieszend wässereben". schlieszlich siegt die schwache weibliche form und wird in der neueren hochsprache alleinherrschend. ab wölk wiss und klar / kam zu den gottes holden dar (Priester Wernher "Marienleben"). wenn faule pferde erst ziehen, alte weiber tanzen, und weisze wolken regnen, so ist kein aufhören (Schellhorn "Sprichwörter", 1797). die wolke sinkt, der nebel drückt ins thal (Göthe). im religiösen bereich: weg oder stufen zum reiche gottes: dein reich ist in den wolken und nicht von dieser erde (Clemens von Brentano, 1852).