Wir haben uns die Schelte des Staatsbürgers und Staatssekretärs Spranger (CSU) gegen die Medien wegen ihrer „Katastrophenmentalität“ zu Herzen genommen. Erstes Resultat:

Brüssel: Die Rücknahme des Kiechleschen Vetos gegen die EG-Getreidepreise – „im Interesse des Mailänder Gipfels und weil er das Opfer falscher Informationen war“ – wurde von der EG-Kommission erfreut zur Kenntnis genommen.

Nürnberg: Die von Kanzler Kohl angemeldeten Zweifel an den Arbeitslosenzahlen wurden durch den Chef der Bundesanstalt Franke bestätigt, der gestand, seit seinem Amtsantritt Arbeitslosenzahlen nach oben frisiert zu haben. Motiv: er wollte die Bedeutung seiner Behörde erhöhen und nicht selber eines Tages arbeitslos werden.

Berlin: Bundespostminister Schwarz-Schilling erklärte sich zu einer freiwilligen Schließung der seiner Familie gehörenden Firma „Sonnenschein“, die ins Zwielicht geraten ist, bereit und bot zugleich seinen Rücktritt an, der aber wegen der von Kohl soeben verhängten Rücktrittssperre nicht akzeptiert wurde.

Bonn: Minister Geißler legte auf einer Pressekonferenz das feierliche Gelübde ab, er werde sechs Monate lang auf Tiefschläge gegen politische Gegner verzichten.

Mailand: Bei seiner Ankunft erklärte Kohl, er habe entschieden, daß für die deutsche Außenpolitik künftig Außenminister Genscher zuständig sei.

Bonn: In einem Nachtrag zu seiner Kritik an gewissen einseitigen Fernsehmagazinen und Journalisten betonte Claus-Dieter Spranger, er haben Löwenthals ZDF-Magazin nur darum nicht mitaufgezählt, weil es ohnehin keine öffentliche Beachtung findet und verdient.