Trotz der nun schon fast drei Jahre anhaltenden Börsen-Hausse gelten deutsche Aktien im internationalen Vergleich weiterhin als kaufenswert. Dafür sorgt die anhaltende Ertragssteigerung der meisten deutschen Spitzenunternehmen. Für die Aktienbewertung werden inzwischen allerdings schon die für 1985 geschätzten Gewinne zugrundegelegt und nicht die in unserer Tabelle angegebenen Erträge je Aktie für das Geschäftsjahr 1984.

Die Analysten der Banken, die bisher wegen der ungewissen Dollarentwicklung gezögert hatten, sich für 1985 festzulegen, gehen jetzt ziemlich einheitlich davon aus, daß sich die Erträge deutscher Unternehmen im Durchschnitt um 15 bis 17 Prozent verbessern werden. Das gilt mit Abstrichen auch für die Papiere der deutschen Großchemie, die aber dennoch auf Basis der jetzigen Kurse als „konkurrenzlos billig“ angesehen werden. Ein Anstieg der Kurse bis 250 Mark wird als durchaus vertretbar angesehen.

Gemessen am Ertrag je Aktie dürften bei den Bankaktien vor allem die der Commerzbank und der Dresdner Bank Kursreserven in sich bergen. Der Abstand zur Notiz zur Deutschen Bank wird in dem gegenwärtigen Ausmaß nicht für gerechtfertigt gehalten. K. W.