Wer auf der Suche nach neuen Jagdgründen ist, findet in Schottland ein gut bestücktes Revier.

Über 250 000 Stück red deer (Rotwild) und schätzungsweise dieselbe Zahl roe deer (Rehwild) sind neben Damwild, Sika und Muntjak in Schottland heimisch – das Rotwild schon seit 7000 Jahren.

Die Pirsch, wie man sie heutzutage kennt, begann hier Anfang des vorigen Jahrhunderts, als die ersten Wildreservate erschlossen wurden. Bald darauf erbaute man Landhäuser, die heute häufig als Unterkünfte für die Jäger dienen.

In erster Linie war es John Ormiston, der das vor allem bei den Deutschen so beliebte roe buck stalking entwickelt hat: „Der treffsichere Schütze“, sagt er, „kann in fünf oder sechs Tagen täglich mit einem Hirsch oder mit drei bis vier Rehböcken rechnen.“ (920 Mark pro Abschuß.)

Zu dem Preis für die Abschüsse kommen Trophy-Gebühren für die Rehböcke (nicht für Hirsche) – ein Sechsender kostet beispielsweise 50 Pfund (rund 200 Mark) – die Kosten für die Unterbringung, ein Trinkgeld von zehn Pfund (etwa 40 Mark) pro Tag für den Jagdhelfer, den gillie, sowie 40 Pfund (etwa 160 Mark) für das britische fire arms certificate, das für die Einfuhr des Gewehrs, der Büchse (rifle), benötigt wird. Es ist drei Jahre gültig. Der Veranstalter schickt dem Ausländer das Formular der einheimischen Polizei, das er dann ausgefüllt zusammen mit einem Leumundszeugnis zurücksenden muß. Dafür sollte man sechs Wochen einplanen. Für eine Flinte – shotgun – ist keine Waffeneinfuhrgenehmigung notwendig.

Ein schottischer Jagdurlaub kann aber auch preiswerter über die Bühne gehen. Die Jäger können sich ein Ferienhaus mieten und in einem der vier Jagdgebiete der Forstkommission ihr Glück versuchen. Sie zahlen jeweils von montags bis freitags für die Pirsch auf Rehböcke 325 Pfund (etwa 1300 .Mark) und auf Hirsche 375 Pfund (etwa 1500 Mark). Diese Tarife gelten für bis zu 30 Stunden Pirschen mit dem forest ranger sowie für die Jagdtrophäen.

Das Wildbret bleibt jeweils an Ort und Stelle. Der Verkauf von venison ist ein wichtiger Bestandteil des Einkommens der schottischen Landgüter, die auch Jagd-Lodges vermieten. Eine immer größere Anzahl Hotels steht mit den Gütern in Verbindung und arrangiert Unterkunft und Jagdmöglichkeiten in der Nachbarschaft.