Biologische Waffen: Seit 1980 haben die Vereinigten Staaten den Etat für die Erforschung biologischer und chemischer Waffen um mehr als 350 Prozent erhöht. „Eine Antwort auf russische Bestrebungen, die Gentechnik für die Kriegsforschung zu nutzen“, wie Verteidigungsminister Caspar Weinberger betont. Offiziell wollen die Militärs lediglich Impfstoffe gegen im Labor gezeugte Krankheitserreger entwickeln. Das freilich halten Kritiker für den ersten Schritt zu einer biologischen Kriegsführung: Bisher nämlich galten infektiöse Waffen als ungeeignet, da ihnen auch die eigenen Truppen schutzlos ausgeliefert sind. Anfang Juni stieß die US Army dann auf Widerstand bei ihrem Vorhaben, ein neues „Aerosol-Labor“ in Dugway, Utah, zu bauen: Ein Gericht in Washington verbot den Bau des Biowaffen-Labors – weil die Armee keine Abschätzung der möglichen Umweltgefährdung vorgenommen hatte.

Malaria-Behandlung: Seit Jahrhunderten benutzt die traditionelle chinesische Medizin Extrakte der Pflanze Artemisia annua zur Behandlung von Malaria. Den isolierten Wirkstoff (Qinghaosu oder Artemisinin genannt) haben Mediziner aus China und den Vereinigten Staaten mit Erfolg an mehreren tausend Malaria-Patienten getestet, wie das amerikanische Fachblatt Science kürzlich berichtete. Die Wissenschaftler konnten dabei auch Malaria-Parasiten der Art Plasmodium falciparum bekämpfen, die gegen die herkömmliche Chloroquin-Therapie bereits resistent waren. Da sich das Artemisinin-Molekül chemisch von bisherigen Anti-Malaria-Mitteln deutlich unterscheidet, hoffen Tropenmediziner, daraus eine völlig neue Medikamenten-Klasse entwickeln zu können.

Malaria-Impfstoff: Die australische Regierung will über eine staatliche Fördergesellschaft und zusammen mit vier privaten Partnern in den nächsten drei Jahren einen Malaria-Impfstoff entwickeln lassen. Der staatliche Zuschuß, etwa 30 Millionen Mark, wurde nach anderthalbjähriger Debatte gewährt, wie das britische Fachblatt New Scientist berichtet. Denn ein wirksamer Impfschutz gegen die Tropenkrankheit Nr. 1 (150 Millionen Kranke und zwei Millionen Tote jährlich) hätte zweifellos großen medizinischen Nutzen, würde aber kaum große Gewinne zulassen – mangels Kaufkraft der Betroffenen. Die Entscheidung der Regierung in Canberra geht auf den Erfolg einer Forschergruppe um Sir Gustav Nossal zurück, der es 1983 parallel zu einem amerikanisch-britischen Team gelang, Antigene auf der Zellmembran des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum zu isolieren (siehe ZEIT Nr. 17/1983). Auch zwei amerikanische Forschergruppen entwickeln Vakzine gegen den Malaria-Erreger (ZEIT 23/1985).