DIE ZEIT

Ein fauler Kompromiß für die Natur

Vor der Wahl 1983 schrieb Innenminister Zimmermann zwei Sätze, die er sich heute, nach dem unglücklichen Katalysator-Kompromiß der Europäischen Gemeinschaft, noch einmal anschauen sollte: „Als meine vordringliche Aufgabe sehe ich an, den Umweltschutz im Bewußtsein der Menschen zu verankern.

Triumph der Syrer

Das Geiseldrama ist glücklich zu Ende, Terror und Bürgerkrieg aber gehen weiter: Anders ist der Nahe Osten, so scheint es, nicht vorstellbar.

Auf den Gipfel ohne Gromyko

Zielstrebig und mit atemberaubender Geschwindigkeit baut Michail Sergejewitsch Gorbatschow seine Machtposition aus. Er placiert seine Vertrauensleute an die Schlüsselstellungen der Kreml-Apparatur.

Worte der Woche

„Während wir die Abgasbelastung bereits um 70 bis 80 Prozent verringert haben, will eine Bande von Hysterikern in Deutschland das Tempo beschleunigen und die industriellen und technischen Möglichkeiten übertreffen.

Zeitspiegel

Jedermann in Paraguay weiß, daß die Polizei foltert, und vermeidet eben deswegen, darüber zu reden, um ihr nicht in die Hände zu fallen.

Kraftakt an der Kremlspitze

Schewardnadse tritt an Gromykos Stelle. Die Machtfigur im Hintergrund: Jegor Ligatschow

Kein Pardon für Bremser

Vier Monate im voraus hatte Präsident Mitterrand eine "Überraschung" angekündigt – in Mailand werde er den Anstoß geben, "die europäischen Institutionen zu verändern".

Es geht nur ums Geld

Letzte Woche noch malte der kluge Economist seinen Lesern die Zukunft der EG in Farben, die auf Großbritannien eben eher optimistischen Schimmer warfen.

Was zu tun ist

Es ist heute geboten, in allen Staaten die vorbeugenden Sieherungsmaßnahmen gegen terroristische Flugzeugentführungen und Geiselnahmen zu überprüfen und zu ergänzen.

"Der nächste Anschlag kommt bestimmt"

Jetzt, da die Geiseln wieder frei und zu Hause sind, ist es, als sei von einem Dampfkessel der Deckel abgehoben worden. Amerika brodelt im Nacherleben des Dramas.

Mit Kohl in den Keller

So wenig hielten die Deutschen noch nie von ihrem amtierenden Bundeskanzler, jedenfalls noch nie, seit Meinungsforscher systematisch die Ansichten der Wähler zu durchleuchten versuchen.

Hinterlistig

Von Zeit zu Zeit deutet Holger Börner an, er könne sich Angenehmeres denken als Politik in Hessen unter den gegebenen Umständen.

Offenherzig

Wenige Stunden vor der Wahl des neuen Berliner SPD-Landesvorsitzenden sagte Fraktionsgeschäftsführer Gerhard Schneider: „Egert wird 30 Stimmen Vorsprung haben.

Dauerkrise in Europas Armenhaus

Am Donnerstag vergangener Woche verkündete Staatspräsident Ramalho Eanes die Auflösung des Parlaments, die offiziell freilich erst vollzogen werden soll, wenn die Abgeordneten am 9.

„So viele wie möglich töten“

In Amerika gibt es privat betriebene „Söldnerschulen“; das ist seit langem bekannt. Eine davon, das „Rondo“-Ausbildungslager in Dolomite bei der Stadt Birmingham in Alabama, erregte jetzt besonderes Aufsehen.

Ali Agças unendliche Geschichte

In Gesten und Tonfall immer mehr sein Opfer imitierend, verkündete Ali Agfa Anfang der Woche als Ergebnis einer „tiefen Gewissenserforschung“, daß er jetzt endlich die wirkliche Wahrheit sagen werde.

Raumfahrt nach Kamikaze-Art

Halleys Komet kommt. Zuletzt konnte der alle 75 Jahre aus den Tiefen des Alls zurückkehrende Schweifstern im Jahre 1910 gesehen werden.

Israel: Peres läßt sparen

Die israelische Regierung hat ein drakonisches Programm zur Sanierung der maroden Wirtschaft des Landes beschlossen. Gegen die Regierungsbeschlüsse rief die mächtige Gewerkschaft Histadrut zum Streik auf.

Airport ’85: Tod und Terror

Jubel und neues Entsetzen: Nach einem kurzen Erholungsaufenthalt in Frankfurt fliegen die 39 befreiten amerikanischen Geiseln heim in die Vereinigten Staaten; doch schon erschüttern neue Anschläge die westliche Welt.

Hans-Otto Scholl: Hansdampf in allen Kassen

Es sieht nicht gut aus für Hans-Otto Scholl. Die jetzt beginnende Hauptverhandlung gegen den FDP-Politiker und promovierten Rechtsanwalt aus Ludwigshafen-Oggersheim wird von widrigen Umständen nur so wimmeln, und nicht ohne Grund haben die Strafverfolgungsbehörden so auffallend rasch die Aktivitäten des früheren Pharma-Geschäftsführers Scholl in Bonn als (strafrechtlich) unerheblich oder verjährt eingestuft und sich weitere Ermittlungen gescnenkt: Störfaktoren und Unwägbarkeiten aller Art sollen erst einmal ausgeklammert werden, damit der Baden-Badener Prozeß in Ruhe abrollen kann.

Auf dem Motorrad vereint: Lummer, Alt und Jung

Erna Rosinger ist heute kreuzfidel. Ihre praktische Windjacke hat sie angezogen und die strapazierfähigen Hosen. Aufgekratzt steht sie vor dem großen silbernen Motorrad, freut sich, wie das alles blitzt, bewundert vorn die stabile Verkleidung gegen Wind und Regen, hinten die breiten Gepäckkoffer.

Ein Landrat und seine CSU: Der Verlierer

Es hat sich ja mittlerweile herumgesprochen, daß die im schönen Bayernland beheimatete Christlich-Soziale Union eine Partei ist, in der die Moral hoch im Kurs steht.

Privater Wellensalat

Rudolf Mühlfenzl hatte sich viel Mühe gegeben. Jedoch: vergebens. Eine feine Konstruktion hatte er sich ausgedacht, wie die drei in München freiwerdenden (drahtlosen) Hörfunkfrequenzen vor allem den Großen der Branche zugeteilt werden könnten.

AKW-Prozeßkosten: Kleinlich

Irmhild Kopfermann, Studentin in Hamburg, ist eine so entschiedene wie überzeugte Kernkraft-Gegnerin. Deswegen hat sie, in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre, das getan, was viele Liberale damals rieten: Sie hat geklagt, ist vor die Verwaltungsgerichte gegangen.

Der falsche Maßstab

Eine Zahl, zwei Meinungen: Die Bundesregierung und ihre Sprecher betrachten es als einen Erfolg ihrer Wirtschaftspolitik, daß auch im nächsten Jahr mit einem Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Leistung um real 2,5 Prozent gerechnet werden kann.

Teure Nacht in Luxemburg

Böse Überraschung: Das Umweltauto reißt ein Milliardenloch in die Länderkassen

Bonner Kulisse

Wirtschaftsminister Martin Bangemann ist seinem Ruf, den Sachverstand seiner Beamten nicht immer zu nutzen, wieder einmal gerecht geworden.

Gesundheitskosten: Mildes Mittel

Norbert Blüm ist rundum zufrieden. Als „wichtiges Signal“ zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen hat Bonns Sozialminister die Preisvergleichslisten für Arzneimittel begrüßt, auf die sich Ärzte und Krankenkassen in monatelangen Verhandlungen geeinigt haben.

Sozialpolitik: Eine schwere Geburt

Es hat also doch nicht geklappt. Bis zur Sommerpause, hatten sich die Spitzen der Bonner Regierungskoalition vorgenommen, sollte das leidige Thema Erhiehungsgeld vom Tisch sein.

Das Ende einer Ära

Einen Erben hatte er gesucht, doch nun muß er sich mit simplen Geldanlegern zufriedengeben, mit Kapitalgebern, die sich um Erträge und Dividenden scheren, denen die Grundsätze aber, auf die der Verleger Axel Springer sich und sein Unternehmen, seine Objekte und seine Mitarbeiter bedingungslos verpflichtete, ganz gleichgültig sind.

Arbeitslose: Richtiger Weg

Nachdem die Bezüge der Sozialhilfeempfänger mit Beginn dieses Monats kräftig aufgebessert wurden, möchte Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm nun auch etwas für die Arbeitslosen tun.

Management: Sparen allein reicht nicht

Der Wechsel bricht mit ungeschriebenen Regeln. Am 1. Juli ist ein Manager mit Sonderauftrag in den Vorstand von Quelle in Fürth getreten: der 41jährige Klaus Zumwinkel.

Aktien weiter billig

Trotz der nun schon fast drei Jahre anhaltenden Börsen-Hausse gelten deutsche Aktien im internationalen Vergleich weiterhin als kaufenswert.

Energiepolitik: Kartell der Gauner

Der diplomatische Aufwand ist der Krise angemessen: Kuwaits Ölminister flog nach Algerien, Venezuelas Ölminister nach Libyen und sein mexikanischer Kollege nach Nigeria, um dort ihre jeweiligen Pendants zu treffen.

Verkabelung: Post im Pech

Wohnungsbaugesellschaften, die sich bisher für den Anschluß an das Breitbandkabel der Deutschen Bundespost entschieden, um die Kosten für Wartung, Reparatur und Neuerrichtung der Dachantennen zu vermeiden, werden durch eine höchstrichterliche Entscheidung aus Berlin vor eine völlig neue Rechtslage gestellt.

ZEITRAFFER

Die Verbraucherpreise in der Bundesrepublik klettern wieder langsamer. Nach ersten Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes sind die Lebenshaltungskosten im Juni um 2,3 Prozent gegenüber dem Juni 1984 gestiegen.

MANAGER UND MÄRKTE

Seit Ernst Grosch bei der Flick-Tochter Dynamit Nobel im rheinischen Troisdorf als Vorstandsvorsitzender das Sagen hat, geht es mit dem Unternehmen aufwärts.

Trauriges Ergebnis

ZEIT: Herr Höpfner, Sie haben in ihrem Institut Hochrechnungen über die Wirksamkeit verschiedener Katalysatorkonzepte angestellt.

AUTOSELLER

Fast alle großen Autohersteller fahren immer noch auf holpriger Strecke: Nur zwei, nämlich Daimler-Benz und Toyota, setzten von Januar bis Mai dieses Jahres im Inland mehr Wagen ab als in den ersten fünf Monaten 1984.

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