Seit Ernst Grosch bei der Flick-Tochter Dynamit Nobel im rheinischen Troisdorf als Vorstandsvorsitzender das Sagen hat, geht es mit dem Unternehmen aufwärts. Grosch, der das Amt im April 1982 von dem glücklos operierenden Dietrich Scnliephake übernahm, meldet für 1984 einen weltweiten Umsatz von 3,62 Milliarden Mark.

Arbeitsgebiete mit Wachstums- und Gewinnchancen, so Grosch, machen bei Dynamit Nobel jetzt vierzig Prozent des Umsatzes aus. Fünfundfünfzig Prozent des Umsatzes werden in Bereichen ohne Wachstum, aber mit gutem Gewinn erzielt, während der Anteil der Problembereiche Sprengstoff, Chemikalien und Kunststoffe auf fünf Prozent reduziert wurde.

Paradepferd von Dynamit Nobel ist derzeit das für die Herstellung von Mikrochips benötigte Reinstsilizium, bei dem Dynamit Nobel zur Nummer vier auf dem Weltmarkt avanciert ist.

Der Muttergesellschaft hat Dynamit Nobel einschließlich Konzernumlagen für Steuern und Verwaltungsaufwand dreißig Millionen Mark überwiesen. „Das ist das, was in guten Jahren bei Dynamit Nobel üblich war“, kommentierte Grosch. Und er läßt keinen Zweifel daran, daß dieser Betrag steigerungsfähig ist: Allein 1984 hat die Umstrukturierung etwa fünfzig Millionen Mark gekostet – eine Ausgabe, die sich in dieser Höhe nicht wiederholen wird.

Mit einer spitzen Bemerkung wollte Klaus Götte, Chef der Gutehoffnungshütte, eigentlich die Deutsche Bank auf die Schippe nehmen. Als Aufsichtsratsvorsitzender der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank formulierte er im Manuskript seiner Festrede zum 150jährigen Jubiläum sozusagen als Vertreter der Hypo-Bank: „Ich selbst würde mich ja vielleicht scheuen, mit dem Flaggschiff der deutschen Banken gleich in eine Wadelbeißerei zu geraten. Aber es amüsiert uns schon ein wenig, daß unser großer Nachbar von der Königinstraße sich das traut.“

In der Königinstraße residiert die Zentrale der Allianz-Versicherung, deren Vorstand Götte früher selbst angehörte, und die Allianz ist größter Aktionär der Hypo-Bank. Götte spielte darauf an, daß man vermutete, die Allianz wolle nun mit der Deutschen Bank, die ins Versicherungsgeschäft vorgestoßen ist, ihre Kräfte messen.

Doch zum Erstaunen aller Zuhörer kam dann in Gottes tatsächlichem Vortrag der Seitenhieb auf das „Flaggschiff der deutschen Banken“ nicht mehr vor. Kein Wunder: In der ersten Reihe des Festpublikums saß als Ehrengast Hermann J. Abs, der große alte Mann der Deutschen Bank.