Norbert Blüm ist rundum zufrieden. Als „wichtiges Signal“ zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen hat Bonns Sozialminister die Preisvergleichslisten für Arzneimittel begrüßt, auf die sich Ärzte und Krankenkassen in monatelangen Verhandlungen geeinigt haben.

Die Listen sollen alle wichtigen Medikamente aufführen, sie unter die Rubriken „geeignet“, „in Ausnahmefällen geeignet“ und „besondere Aufmerksamkeit ist geboten“ klassifizieren und ihre Preise miteinander vergleichen. Auf die Weise, hofft Blüm, bekommen die Ärzte endlich den Überblick auf dem überaus reichhaltig bestückten deutschen Pharmamarkt. Sie sollen so nun nicht nur das beste; sondern auch das preiswerteste Medikament verschreiben können.

Niemand freilich kann die Ärzte zwingen, überhaupt Gebrauch von den Vergleichslisten zu machen. Ohne eine Änderung des ärztlichen Vergütungssystems, die das ökonomische Eigeninteresse der Doktoren an billigen Verordnungen weckt, werden sich die Medikamentenausgaben der Krankenkassen kaum bremsen lassen. Blüm hat seine Schuldigkeit als Kostendämpfer im Gesundheitswesen noch lange nicht getan. wge