Eine Schweizer Hotelvereinigung hat sich auf den Urlaub von Familien mit Kindern spezialisiert, ohne die Mehrkosten für die Extras ganz an die Gäste weiterzugeben.

Ein Herz für Kinder muß wohl im Spiel sein – trotz aller geschäftlichen Überlegungen. Denn ohne das Verständnis für die Kleinen und ihre Wünsche und Nöte ließe sich das Marketingziel, ein „kinderfreundlicher Klub“ in der Ferienwelt der Erwachsenen zu sein, nicht durchziehen. Dementsprechend sind auch die Forderungen, die der „Club des hôtels ‚enfants bienvenus‘“, eine Vereinigung 23 selbständiger Schweizer Häuser, an seine Mitglieder stellt. Martin Vogel, Präsident des „Klubs kinderfreundlicher Schweizer Hotels“: „Wir füllen nicht nur eine Marktlücke, sondern bieten eine einheitliche und wirkliche Mehrleistung im Dienste der Kinder unserer Gäste an. Bei uns sind Kinder nicht nur geduldete, sondern gern gesehene Gäste.“

Um es den Kleinen recht zu machen, hat der Klub zehn Minimalforderungen aufgestellt, die alle 23 Mitglieder erfüllen müssen und die weit über die gewöhnliche Vorstellung von Kinderfreundlichkeit der Normal-Hotellerie hinausgehen: Mit Menüs „Micky Mouse und Kinderteller „Rumpelstilzchen“ fängt die kinderfreundliche Liste des über die ganze Schweiz verbreiteten Klubs erst an. So sind als „spezielle Mindestleistungen“ für jedes Mitglied obligatorisch:

  • ein Kinderspielzimmer mit entsprechenden Einrichtungen,
  • eine Spielwiese mit Geräten,
  • die Organisation von kinderspezifischen Picknicks und Wanderungen,
  • Beratungen und Empfehlungen für die Freizeitgestaltung der Kinder im Hotel, im Ort und in der unmittelbaren Umgebung,
  • ein kostenloser Betreuungsdienst für Kinder ab drei Jahren (Kleinkinder nach Vereinbarung), wobei mindestens acht Stunden täglich und fünf Tage pro Woche eine Betreuerin zur Verfügung steht,
  • Kochgelegenheit für Säuglingsnahrung,
  • kindergerechte Verpflegung, die auf Wunsch schon ab 18 Uhr serviert wird,
  • Kleinkinderstühle im Speisesaal,
  • Kleinkinderbetten und
  • Ermäßigung für Kinder im Zusatzbett des Elternzimmers.

Kinder bis zu sechs Jahren schlafen gratis, Kinder bis zu zwölf Jahren erhalten eine Ermäßigung von 50 und Kinder bis 16 Jahren einen Nachlaß von 30 Prozent.

Neu ist die „Gegen-den-Durst-Pauschale“. Für acht Franken pro Tag dürfen Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre unbeschränkt warme und kalte (alkoholfreie) Getränke schlürfen sowie sich den Bauch mit Früchten vollschlagen.

Das Angebot der Hotels aus verschiedenen Preis- und Komfortklassen richtet sich gezielt gegen die Ferien in der „Parahotellerie“, gegen den Urlaub in Chalets, Ferienwohnungen und -appartements also. „Wir“, meint Martin Vogel, „wollen uns ein Gästepotential erschließen, das sich bisher der Kinder wegen vielleicht gescheut hat, Ferien in einem Hotel zu verbringen.“